In Deutschland gescheitert, in China gebaut

Peking setzt beim Ausbau der Atomkraft auch auf den Hochtemperaturreaktor

  • Von Reimar Paul
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

China baut einen Hochtemperaturreaktor. Die Technik wurde hierzulande bereits vor Jahren verworfen.

China setzt beim Ausbau der Atomenergie auch auf einen in Deutschland entwickelten und gescheiterten Kraftwerkstyp. Auf der Halbinsel Shandong, bis 1914 deutsche Kolonie, wird ein Hochtemperaturreaktor (HTR) gebaut. Beteiligt sind die Tsinghua-Universität in Peking und chinesische Konzerne, wie Medien berichten.

In dem auch Kugelhaufenreaktor genannten HTR sind die von einem Graphitmantel umhüllten kugelförmigen Brennelemente aus Thorium und hochangereichertem und damit waffenfähigem Uran übereinander aufgeschichtet. Gekühlt werden diese Reaktoren mit Helium. In Deutschland wurde der bislang einzige kommerzielle HTR im westfälischen Hamm 1989 unter anderem wegen schwerwiegender technischer Mängel stillgelegt. Der umgerechnet fast 3,5 Milliarden Euro teure Reaktor konnte nur an 423 von 1600 genehmigten Volllasttagen Strom liefern. Schon beim Befüllen 1985 gab es den ersten Unfall. Eine Brennelementkugel blieb in einem Rohr stec...


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