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Wo selbst Obama lacht

TV-Kritik: Israels Satireshow »Eretz Nehederet« feiert zehnjähriges Jubiläum

  • Von Benjamin Rosendahl
  • Lesedauer: 2 Min.

Selbst Barack Obama kennt die Sendung. »Bibi und ich haben überhaupt keine Meinungsverschiedenheiten! Das haben wir nur gespielt, damit ›Eretz Nehederet‹ Material hat«, so der US-Präsident in der Rede, die er in Israel bei seinem letzten Besuch hielt. Ein größeres Kompliment konnte die Satiresendung, deren Name »Eretz Nehederet« sich als »Wunderbares Land« übersetzen lässt, wohl nicht bekommen.

Vor zehn Jahren, als die erste Sendung ausgestrahlt wurde, waren die Erwartungen bescheidener. Zwei der Hauptfiguren, die die erste Saison prägten, waren die russische Supermarktkassiererin Luba (die in der Sendung von einem Mann gespielt wurde), und Sheli Jechimowitz (auch sie wurde von einem Mann gespielt), eine junge und für ihre scharfen Fragen berüchtigte Journalistin. Die Kritiken waren verheerend. Warum mache sich eine Satiresendung über die Schwächsten der Gesellschaft und über kritische Journalisten her statt über die Mächtigen und Starken, wie es sich gehöre, war beispielsweise in »Haaretz« zu lesen. Der Popularität der Sendung tat dies keinen Abbruch: Sie wurde zum Aushängeschild des zweiten israelischen Fernsehens. Ausgestrahlt wird sie am Freitagabend, direkt nach den Hauptnachrichten, wenn die meisten Familien in Israel zusammen vor dem Fernseher sitzen. Am nächsten Arbeitstag, also Sonntag, war das Programm oft Hauptthema in Arbeit und Schule.

Und zu besprechen gab es viel: Im Laufe der Jahre ging der Fokus des Programms von witzigen Sketchen zu scharfer politischer Satire über, die sich vor allem durch die Imitierung von Politikern zeigte. Premierminister Benjamin Netanjahu, brillant gespielt von Mariano Edelman, führt die Reihe der Politiker an, die durch den Kakao gezogen wurden. Sie beschränkte sich aber nicht nur auf ihn. Vom Staatspräsidenten Shimon Peres über fast alle Minister des Kabinetts bis zu einflussreichen Rabbinern waren alle an der Reihe.

Die Programmmacher scheuten sich nicht, auch kontroverse Themen wie die Zeltproteste, den wegen Vergewaltigung inhaftierten ehemaligen Staatspräsidenten Moshe Katzav, den gestürzten ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak und die Entführung des israelischen Soldaten Gilad Shalits zum Thema zu machen.

Trotz einiger Kontroversen und Provokationen ist »Eretz Nehederet« aber an seinem 10. Geburtstag im Konsens angekommen: Wer was sein will, muss dort durch den Kakao gezogen werden. So kommentierte der Deutsche Tom Franz, der in der israelischen Koch-Show »Master Chef« den ersten Preis gewann, seine Erwähnung in der Sendung als einen medialen Ritterschlag.

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