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Erotischer Streit um die Macht

Schimpansen und Bonobos sind genetisch eng verwandt, doch in ihrem Verhalten unterscheiden sie sich deutlich

  • Von Martin Koch
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Einer der Ersten, der das Sozialverhalten von Schimpansen systematisch erforschte, war der US-Psychologe Robert Yerkes. Obwohl er nicht daran zweifelte, dass auch Menschenaffen zu gegenseitigem Mitgefühl fähig sind, gelang es ihm zunächst nicht, dies nachzuweisen. Bis er eines Tages beobachtete, wie der Schimpanse »Prince Chim« die todkranke Schimpansin »Panzee« rührend umsorgte. »Würde ich schildern, wie altruistisch und mitfühlend er sich gegenüber Panzee verhielt«, schrieb Yerkes 1925, »geriete ich in den Verdacht, einen Schimpansen zu idealisieren.« Was Yerkes nicht wusste: »Prince Chim« war kein Schimpanse. Er gehörte vielmehr einer damals noch nicht eingeführten Spezies an, den Bonobos (Pan paniscus), die mit Schimpansen (Pan troglodytes) zwar eng verwandt sind, aber häufig ein ganz anderes Verhalten zeigen.

Nehmen wir beispielsweise das Phänomen der Aggression, das lange als ein Erkennungsmerkmal des Menschen galt. In d...


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