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Siegerjustiz und Talent

TV-Tipp: Sohn und Vater - Götz George als Heinrich George

  • Von Hans-Dieter Schütt
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Alle Justiz ist Siegerjustiz. Wer dies Wort moralisch klagend ausspricht, leugnet eine Grundwahrheit: Wer siegt, sagt an. Dass Siegerjustiz ungerecht ist, stimmt: Sie bevorzugt nicht den, der bislang herrschte, nutznießerte. Siegerjustiz macht deutlich, was Aphoristiker Horst Drescher schrieb: »Der Satz ›Wo gehobelt wird, fallen Späne‹ stammt vom Tischler, nicht vom Holz.« Siegerjustiz ist Arbeit im Dienste der Späne. Sie hat opfergewogenen Sinn.

In den Film »George« (am 22. Juli auf Arte, am Mittwoch in der ARD zu sehen) bohren sich die Augen der Siegerjustiz auf faszinierend bannende Weise hinein. Es sind die Augen des wunderbaren, großen Schauspielers Samuel Finzi. Er steht als untersuchender Offizier Götz George gegenüber, der als Heinrich George im Verhörzimmer der Sowjets sitzt, 1945. Dieser Expressionismus-Barde Heinrich G.: thronend noch immer - und doch getroffen von einer nie gekannten, ihn irritierenden Hilflosigkei...


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