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Royale Presswehen

Wolfgang Hübner über den medialen Prinzenwahn

  • Von Wolfgang Hübner
  • Lesedauer: 2 Min.

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»Ein künftiger König ist geboren worden«, jubelte die Nachrichtenagentur dpa, nachdem endlich die Vollzugsmeldung aus London eingetroffen war. Wenn sie sich da mal nicht täuschen. Denn der Neue ist die Nummer 3 in der Thronfolge. Und bis jetzt wartet schon die Nummer 1 seit Jahrzehnten vergeblich. Charles hat die Hoffnung wohl schon aufgegeben, denn die Queen ist fit, drahtig, energisch und macht – im Gegensatz zu den Monarchen in Belgien und den Niederlanden – nicht die geringsten Anstalten, in Rente zu gehen. Queen Mum wurde über 100 Jahre alt, und die Queen scheint entschlossen zu sein, ihre Mutter zu übertreffen. Schlechte Zeiten auch für die Nummer 2, Prinz William, und wohl auch für die Nummer 3, dessen Namen nicht genannt werden kann, weil er noch keinen hat. Jedenfalls nicht offiziell.

Aber das ist ferne Zukunftsmusik. Näher liegen praktische Alltagsfragen. »Wie es nach der Geburt des Kindes von Kate und William weitergeht«, titelte dpa am Montagmittag noch in freudiger Erwartung einen Vorschautext. Da kann man aus Erfahrung nur sagen: wie überall, wo ein Kind geboren wurde. Wenig schlafen, alle paar Stunden stillen, den ganzen Tag irgendwie beschäftigt sein. Ihre Durchlaucht werden hässliche Augenringe bekommen und sich vorerst mehr für den kleinen als für den großen Prinzen interessieren. Ach ja, das noch: Windeln waschen. Denn auch ein Prinz ist ein Hosenscheißer. Und selbst bei einem Thronfolger ist das Stoffwechselendprodukt kein Gold.

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