Die lange Nacht von Sofia

2000 Demonstranten blockierten 100 Politiker im bulgarischen Parlament

  • Von Denis Grigorescu, Bukarest
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Demonstranten in der bulgarischen Hauptstadt Sofia haben mehr als 100 Abgeordnete und Minister über Stunden im Parlament festgehalten und die Polizei zurückgedrängt. Der Parlamentspräsident wirft der Opposition vor, die Blockade inszeniert zu haben.

Die seit gut einem Monat in Bulgarien anhaltenden Proteste sind eskaliert. Die Demonstrationen gegen die Regierung von Ministerpräsident Plamen Orescharski entluden sich Dienstagnacht in gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der Polizei und einer Blockade des bulgarischen Parlaments. Am Mittwoch blieben die Parlamentarier ihrem Arbeitsplatz daher fern.

Die nächtliche Blockade des Parlaments sei von »unverantwortlichen Politikern« inszeniert worden, erklärte Parlamentspräsident Mihail Mikow am Mittwoch. »Die Abgeordneten sind nicht gewählt worden, um ihre Arbeit unter Gefahr zu verrichten. Daher habe ich sie aufgefordert, zu Hause zu bleiben«, erklärte Mikow und ergänzte, es werde immer schwieriger, Lösungen im Einklang mit der Verfassung zu finden.

Die Oppositions- und ehemalige Regierungspartei Bürger für eine europäische Entwicklung Bulgariens (GERB) forderte umgehend den Rücktritt Mikows, da er nicht die Befugnis hab...


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