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Südsudan ohne Kabinett

Präsident Kiir entließ seine Regierung

Das krisengeschüttelte Südsudan befindet sich in einer schweren Regierungskrise. Der Präsident entließ sein Kabinett ohne Angabe von Gründen.

Juba (dpa/nd). Südsudans Präsident Salva Kiir hat überraschend alle Minister und Vizeminister seines Kabinetts entlassen. Er nannte in einem Dekret, das vom Staatsfernsehen verbreitet wurde, keine Gründe für den drastischen Schritt. Medienberichten zufolge sollen Machtkämpfe innerhalb der Regierung den Staatschef dazu bewogen haben. Die zuständigen Staatssekretäre wurden aufgefordert, bis auf weiteres die Amtsgeschäfte fortzuführen.

Kiir entließ auch seinen Stellvertreter Riek Machar Teny. Dieser wird schon länger als möglicher Gegenkandidat bei den nächsten Präsidentenwahlen 2015 gehandelt. »Bitte bewahrt die Ruhe. Ihr könnt sicher sein, dass unser Bestreben, dieses Land zu Wohlstand und Stabilität zu führen, durch nichts eingeschüchtert wird«, schrieb Machar am Morgen auf seiner Facebook-Seite. Die Krise müsse politisch gelöst werden, meinte er.

Beobachtern zufolge ist die Regierungspartei SPLM tief gespalten, denn Kiir ordnete auch Ermittlungen gegen Parteichef Pagan Amum an. Er wirft diesem nach einem Bericht der Zeitung »Sudan Tribune« vor, zu Gewalt angestiftet und die Regierung kritisiert zu haben. Amum hatte zuletzt für die südsudanesische Seite die Friedensverhandlungen mit dem Nachbarland Sudan unter Vermittlung der Afrikanischen Union geführt. »Die Entlassungen von Machar und Amum machen mir große Sorgen«, sagte der politische Beobachter James Scopas.

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