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Freie Mitarbeiter begehren auf

MEDIENstreit: Warnstreik beim Bayerischen Rundfunk

Das erste Mal seit neun Jahren hat es am Donnerstag beim Bayerischen Rundfunk (BR) in München wieder einen Warnstreik gegeben: Rund 200 Mitarbeiter des Senders haben im Münchner Funkhaus für etwa eine Stunde ihre Arbeit niedergelegt. Damit sind sie einem Aufruf der Gewerkschaft ver.di und des Bayerischen Journalisten-Verbands (BJV) gefolgt. Die Verbände fordern vom BR, für sogenannte feste-freie Mitarbeiter der öffentlich-rechtlichen Anstalt einen neuen Tarifvertrag abzuschließen. Im Gegensatz zu vielen anderen Sendern der ARD-Anstalten hat der BR seit dem Auslaufen des alten Tarifvertrags im März 2013 noch keinen neuen Vertrag abgeschlossen, beklagt BJV-Geschäftsführerin Jutta Müller gegenüber dem »neuen deutschland«; ver.di und der BJV wollen in diesen neuen Vertrag eine »effektive Honorarerhöhung« und ein »Honorarraster für feste-freie Mitarbeiter« aufnehmen lassen. Zudem dürfe der Bayerische Rundfunk bei den Rentenbezügen »keine von den anderen ARD-Anstalten abweichenden Sonderwege« gehen. Der BR argumentiere hingegen mit »schrumpfenden Einnahmen«.

In den Verhandlungsrunden mit dem Sender konnte daher bislang keine »befriedigende Lösung für feste-freie Mitarbeiter« gefunden werden, erklärt Müller. Die vorerst letzte Verhandlung mit dem BR wurde mangels fehlender Angebote sogar erfolglos abgebrochen. Aus diesem Grund hat der BJV gemeinsam mit der Gewerkschaft ver.di zu einem Warnstreik aufgerufen. »Einsparung auf Kosten derer, die das Programm schaffen und der Garant für Qualität sind, sind der falsche Weg, hieß es im Vorfeld in einem Aufruf des Verbands.

Bei der Protestkundgebung im Innenhof des Funkhauses bekräftigte der BJV-Vorsitzende Michael Busch am Donnerstag die Forderung nach einem «fairen Honorarabschluss» erneut. «Der Bayerische Rundfunk betont immer wieder, dass die ›festen Freien‹ eine wichtige Säule der Programmgestaltung sind. Diese Wertschätzung darf sich nicht in bloßen Lippenbekenntnissen erschöpfen!» Feste-Freie Mitarbeiter würden heute «oft die gleiche Arbeit im Sender leisten» wie Festangestellte. Der BR sei nun an der Reihe, die Forderungen entsprechend zu erfüllen.

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