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Eine Frage des Überblicks

In Sachsen-Anhalt haben die gespendeten Gelder die Flutopfer meist noch nicht erreicht

Bei Landkreisen und Städten in Sachsen-Anhalt sind nach der Flut große Spenden angekommen. Doch vielerorts ist das Geld noch nicht an die Betroffenen ausgezahlt worden. Die Begründungen sind unterschiedlich.

Magdeburg/Stendal (dpa/nd). Nach dem Rekordhochwasser in Sachsen-Anhalt haben viele Menschen Geld gespendet. Mindestens 2,1 Millionen Euro sind bei betroffenen Landkreisen und Städten Sachsen-Anhalts eingegangen. Wie eine dpa-Umfrage ergab, wurde in vielen Fällen allerdings noch nicht mit der Auszahlung begonnen - oder es wurden nur Sofortmaßnahmen ergriffen. Man wolle sich erst einen Überblick über die Zahl der Betroffenen verschaffen und staatliche Hilfen abwarten, hieß es bei vielen Stellen. So sollen unter anderem Mehrfachauszahlungen oder eine ungerechte Verteilung vermieden werden.

Auch der Landkreis Wittenberg hat die Spenden in Höhe von knapp 70 000 Euro noch auf dem Konto. Sprecher Peter Gauert bezeichnete es als unstrittig, dass sie für solche Fälle eingesetzt werden sollen, in denen keine andere Hilfe greife - weder staatliche Soforthilfen noch Versicherungen. Im Landkreis Anhalt-Bitterfeld soll eine Arbeitsgruppe über die Vergabe der Spenden entscheiden, wie ein Sprecher mitteilte. Insgesamt seien auf dem Konto des Kreises knapp 40 000 Euro eingegangen. Der Salzlandkreis hat bis jetzt mehr als 108 000 Euro Spenden erhalten. Mit der Verteilung soll laut Landratsamt noch gewartet werden, bis ein bestimmtes Computerprogramm verfügbar ist. Damit sollen beispielsweise Mehrfachauszahlungen vermieden werden.

Der Saalekreis dagegen hat die rund 100 000 Euro Spenden, die er eingenommen hatte, schon verteilt. »Wir haben das Geld zu gleichen Teilen an die acht betroffenen Kommunen weitergegeben«, sagte Sprecherin Kerstin Küpperbusch. Der Kreistag habe das entschieden. Die Bürgermeister wüssten am besten, wie das Geld eingesetzt werden sollte. Der Landkreis Jerichower Land verzeichnete aktuell keinen Eingang von Geldspenden. »Wir gehen davon aus, dass etwaige Spenden direkt an die Gemeinden gezahlt worden sind«, sagte Henry Liebe von der Pressestelle des Landkreises.

Auch bei den sozialen Organisationen in Sachsen-Anhalt sind nach der Flut viele Spenden eingegangen. Das Deutsche Rote Kreuz hatte bis Mitte Juli für die Flutopfer in Deutschland bundesweit knapp 18,8 Millionen Euro gesammelt. Wie viel davon genau nach Sachsen-Anhalt fließen wird, steht noch nicht fest. Nach Angaben von Landesgeschäftsführer Rainer Kleibs müsse man dazu erst die genaue Zahl der Flutopfer in Sachsen-Anhalt abwarten. Dennoch habe man bereits geschätzte 100 000 Euro an etwa 100 Fälle ausgezahlt, die es besonders schlimm getroffen hat.

Auch die Diakonie hatte bundesweit gesammelt und so gut 20 Millionen Euro an Spenden zusammenbekommen. Davon seien bisher 1,7 Millionen Euro für Sofortmaßnahmen verteilt worden. Wie viel von den Spenden nach Sachsen-Anhalt fließen wird, steht nach Angaben der Diakonie Mitteldeutschland nicht fest. Es werde immer im Einzelfall entschieden.

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