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Ruf zu Marsch der Million

Ägyptens Muslimbrüder trotzen Militärherrschaft

Kairo/New York (dpa/AFP/nd). Trotz der harten Linie des Militärs lassen sich die Anhänger des gestürzten ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi nicht einschüchtern: Für den heutigen Dienstag riefen sie zu einem Protestmarsch mit »einer Million Demonstranten« in der Hauptstadt Kairo auf. Bei den geplanten Demonstrationen wollen die Unterstützer des inhaftierten Mursi der »Märtyrer« gedenken, die seit dem Umsturz am 3. Juli ihr Leben gelassen hätten. »Holt euch eure Freiheit, eure Würde zurück!«, hieß es in dem Protestaufruf.

Ägyptens Nationaler Verteidigungsrat hatte den Anhängern Mursis schon am Sonntag mit »entschiedenen und harten Maßnahmen« gedroht, falls die Demonstranten ihr »Recht auf friedliche und verantwortungsvolle Meinungsäußerung überschreiten« sollten. Dem Gremium sitzt Übergangspräsident Adli Mansur vor, auch Armeechef Abdel Fattah al-Sisi gehört ihm an. In den Morgenstunden des Montag warfen Armeehubschrauber über Kairo Flugblätter mit einer klaren Botschaft ab: »Nähert euch weder Militäreinrichtungen noch Soldaten. Helft uns, eure Sicherheit zu gewährleisten.«

Derweil traf die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton in Kairo ein, um in Gesprächen mit Regierungs- und Oppositionsvertretern Kompromissspielräume auszuloten. Ashton rief zu einem demokratischen Übergang aufzurufen, »der alle einbezieht - auch die Muslimbruderschaft«.

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