Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Wohnung nicht mehr sozial

Bernd Kammer über den Ausstieg aus der Förderung

Mit dem Ausstieg aus der Anschlussförderung des sozialen Wohnungsbaus 2003 hat das Land Berlin bisher 395 Millionen Euro eingespart, wie der Senat gestern mitteilte. Das ist eine stattliche Summe, wenn sie auch nicht an die damals im besten Falle prognostizierte von 900 Millionen Euro heranreicht. Gut 27 000 Wohnungen sind bereits aus der Förderung gefallen, bis 2016 werden 1000 weitere hinzukommen.

Für den Landeshaushalt ist der Ausstieg also eine gute Sache, für die betroffenen Mieter nicht. Sie sehen sich mit zum Teil horrenden Mietsteigerungen konfrontiert, weil mit dem Förderende sofort die tatsächliche (Kosten-)Miete von bis zu 13 Euro pro Quadratmeter verlangt werden kann. Laut Senat sei das zwar nur bei 97 Wohnungen geschehen, bei dem Rest seien die Auswirkungen »moderat«. Er versteht darunter, das rund elf Prozent der Bewohner weniger als 5,50 Euro pro Quadratmeter Miete zahlen, 60 Prozent zwischen 5,50 und 6,50 Euro. Für zwölf Prozent werden sogar mehr als sieben Euro fällig.

Zum Vergleich: Mieter in Wohnungen auf dem freien Markt zahlen im Schnitt 5,54 Euro. Ausgerechnet Sozialmieter müssen also mehr für ihre Wohnungen ausgeben. Diejenigen, für die sie einst errichtet wurden, können sie sich somit kaum noch leisten. Das ist übrigens das Problem auch bei den anderen rund 150 000 Sozialwohnungen, über die Berlin noch verfügt. Wenigstens bei ihnen müssten die Mieten gedeckelt werden, fordert der Mieterverein. Das ließe sich mit einem Bruchteil der eingesparten Fördermittel bewerkstelligen.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln