Tunesischer Sisyphos

Brotfabrik Open-Air

  • Von Tom Mustroph
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Der Mirbachplatz in Weißensee scheint kaum mehr als eine von hohen Bäumen bestandene Verkehrsinsel zu sein. Drängt man sich durch die Stämme hindurch, eröffnet sich aber eine Freifläche mit Blick auf die Überreste des neogotischen Kirchturms der Bethanienkirche. In dieses Idyll hat die Brotfabrik ihre Open-Air-Bühne installiert. Dort wird jetzt das Monodram »D-Sisyphe« aufgeführt, das der tunesische Theaterkünstler und Tänzer Meher Awachri an den Sisyphos-Überlegungen des Philosophen Albert Camus entwickelte. Awachri ist ein phänomenal beweglicher Performer. Wenige Utensilien genügen ihm, Alltag und Leben des Bauarbeiters Khmais zu skizzieren.

Getreu der Camus’schen dreistufigen Entwicklung - zuerst die Erkenntnis einer von Widersprüchen zerrissenen, absurden Situation, dann deren Annahme und schließlich die Revolte dagegen - berichtet Awachri zunächst von der durch Untätigkeit, Unfähigkeit und Unmotiviertheit sowie mangelnde ...


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