Schulegehen verlernt

43-Jährige Mutter wegen Verletzung der Erziehungspflicht verurteilt

Peter Kirschey berichtet aus Berliner Gerichtssälen

Ein netter, stiller Junge, ein richtiger Wonneproppen mit seinen 17 Jahren. Ein Heranwachsender mit Babyface, glatt gebügelt und geschniegelt. Lorenzo hält einen Rekord, der wohl einmalig ist: Fast die Hälfte seines Lebens hat er um die Schule einen großen Bogen gemacht. Er blieb im Bett, ging bummeln oder sah sich Filme an, wenn andere büffelten. Er ist zwar die Hauptperson bei dem traurigen Geschehen, angeklagt aber ist seine Mutter Renata P., 43 Jahre. Die Deutsche mit polnischen Wurzeln hat es zugelassen, dass Lorenzo nur sehr sporadisch zur Schule ging. Ein, zwei Tage ging er, dann wieder ein paar Wochen nicht. Schuljahr für Schuljahr.

Deshalb ist Renata P. der Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht angeklagt. Sie schweigt als Angeklagte zu den Vorwürfen, auch Lorenzo als enger Angehöriger sagt kein Wort vor Gericht.

Es sprechen jene, die immer wieder versucht haben, ihm ein normales Schülerleben zu ermöglic...


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