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USA husten – und der Süden ist erkältet

Martin Ling über die Angst vor dem Absturz in vielen Schwellenländern

Die Angst vor dem Absturz geht in vielen Schwellenländern um: Wiederholt sich das Szenario von Ende der 90er Jahre? Damals kippte wie beim Domino eine Region nach der anderen: Auf Südostasien 1997 folgte Russland 1998 und schließlich Südamerikas Schwergewicht Brasilien 1999.

In allen Fällen sorgte eine massive Kapitalflucht von Finanzinvestoren für Währungsturbulenzen, die schließlich zu massiven Einbrüchen der Realwirtschaft führten – wie immer mit wachsender Arbeitslosigkeit und Armut verbunden. Was am Anfang der Abwertungs-Kapitalflucht-Spirale steht, kann durchaus unterschiedlich sein, die sich selbst verstärkenden Prozesse ähneln sich.

Sie zeigen einmal mehr, dass die These von der sich von der Realwirtschaft ablösenden Finanzsphäre eine Schimäre ist, denn im harten marktlogischen Kern muss jeder Zinsanspruch aus der Finanzsphäre in der Realwirtschaft erwirtschaftet werden. Gelingt das nicht, wird das Finanzvermögen entwertet, was wiederum negative Rückwirkungen auf die Realwirtschaft nach sich zieht: keine Investoren, keine Investitionen.

2013 steht am Anfang der Spirale nach unten eine bloße Ankündigung, geldpolitisch alsbald umzusteuern. Doch sie kam nicht von irgendwem, sondern vom einflussreichsten Zentralbanker der Welt, Ben Bernanke, Chef der US-amerikanischen Notenbank FED. Die angekündigten höheren Zinsen in den USA werden die Kapitalflucht aus dem Süden anheizen.

Und das in einer Phase, in der aufgrund hausgemachter Probleme wie steigender Leistungsbilanzdefizite sich dort ohnehin eine Flaute abzeichnete. Doch dass sich die USA einen feuchten Kehricht um die Entwicklung im Süden scheren, ist alles andere als neu. Es war die Hochzinspolitik unter Ronald Reagan, die die Schuldenkrise im Globalen Süden Anfang der 80er Jahre auslöste.

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