Jeder Mensch ist ein Abgrund

Das unmögliche Interview: Dichter Georg Büchner über Gewalt, Revolution und Ideale auf der Bühne

Fiktive Interviews mit Geistern der Vergangenheit nannte Elias Canetti eine »Schatzheberei für den Gegenwartsgebrauch«: Die Toten wissen längst viel von dem, was wir uns erst mühsam erleben müssen an Wissen und Wahrheit. Im Oktober dieses Jahres jährt sich zum 200. Mal der Geburtstag Georg Büchners. Der in Hessen Geborene ist Mitbegründer der Gießener »Gesellschaft für Menschenrechte«. Verfasst 1834 die revolutionäre Flugschrift »Der Hessische Landbote«. Steckbriefliche Verfolgung. Flucht nach Straßburg ins Exil. 1836 Promotion in Zürich (Thema: Nervensystem der Barben). Im Februar 1837 Tod (Typhus?). Büchner ist für klares, durch die eigene Anschauung überprüftes Bewusstsein; sein wichtigstes Instrument, auch in der Literatur: das Seziermesser, mit dem er schonungslos selbst »die unscheinbarsten Zuckungen« der Systeme und Seelen untersucht.

Georg Büchner, Ihr Vertrauen ist nicht sehr groß, dass man die Welt von oben umlenken könnte - endlich ins Menschliche, Sittliche. Also: keine Hoffnung in die Vernunft und das Sozialgewissen der Elite?
Büchner: Die Gesellschaft mittelst der Idee von der gebildeten Klasse aus reformieren?

Ja.
Unmöglich! Sie werden nie über den Riß zwischen der gebildeten und ungebildeten Gesellschaft hinauskommen. Die gebildete und wohlhabende Minorität wird nie ihr spitzes Verhältnis zur großen Klasse aufgeben wollen.

Und die, wie Sie sagen: »große Klasse« selbst?
Für die gibt es nur zwei Hebel, materielles Elend und religiöser Fanatismus. Jede Partei, welche diese Hebel anzusetzen versteht, wird siegen. Das Verhältnis zwischen Armen und Reichen ist das einzige revolutionäre Element.

Sie haben geschrieben, die Zeit brauche »Eisen und Brot«.
… und dann ein Kreuz oder sonst so was.

Krieg der Gegensätze. Und ein schützen...




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