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Sarah Liebigt über klar umrissene Feindbilder

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Pöbelnde Gruppen und Hitlergrüße auf der Straße sowie eine im Kiez und im Internet die Leute aufwiegelnde »Bürgerinitiative«. Dazu kommen Anwohner, die beteuern, dass sie keine Rassisten oder gar Nazis sind, aber bestens Bescheid wissen über ansteigende Kriminalitätsraten in der Nähe von Flüchtlingsheimen. Und über die Brandnächte Anfang der 1990er: Da haben »diese Asylanten ihr Haus angesteckt«.

Die Welt ist einfach für all die Menschen, die zur Zeit in Hellersdorf, in Reinickendorf oder in Bayern gegen Flüchtlinge schimpfen, mobil machen und hetzen. Und auch für andere: Die größte Gefahr geht von der »Rechts-Links-Konfrontation« aus, ist sich Berlins Polizeipräsident Klaus Kandt sicher. Er muss es ja wissen. Sind es doch seine Beamten, die da im gefährlichen Berliner Osten tagein, tagaus gewaltbereite Rechtsradikale von gewaltbereiten Linksautonomen trennen müssen.

Irgendwann geht einem der Atem für die Argumente gegen derlei Geschwafel aus. Was erwarten denn Behörden und Politik? Dass die friedlichen Unterstützer der Flüchtlinge den Platz räumen, damit der altbekannte, vermeintliche und allein für jedweden »Krawall« verantwortliche Teufelskreis der gegenseitigen Provokation zwischen Links und Rechts endlich durchbrochen wird? Dass man der zumindest in Hellersdorf gerade zur Hochform auflaufenden NPD mit ihren »Wehrt euch«-Wahlkampfaufrufen den Kiez überlässt?

Versteht es endlich: Man kann Nazis nicht wegignorieren.

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