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Ein Fahrrad als Symbol der Emanzipation

Haifaa Al-Mansour über den ersten saudi-arabischen Film »Das Mädchen Wadjda«

  • Von Katharina Dockhorn
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Mit einem funkelnden Fahrrad präsentierten die Teenagerin Waad Mohammed und Regisseurin Haifaa Al-Mansour auf dem Roten Teppich der Filmfestspiele von Venedig 2012 »Das Mädchen Wadjda«, den ersten Film, der in Saudi-Arabien gedreht wurde. Und das von einer Frau, Absolventin der Filmhochschulen in Kairo und Sidney. Sie stellt eine Teenagerin ins Zentrum, die sich ein Fahrrad kaufen und dies mit dem Gewinn einen Koran-Wettbewerbs finanzieren will.

Saudi-Arabiens Königshaus hat in diesem Jahr erlaubt, dass Frauen Fahrrad fahren dürfen, aber nur in Begleitung von Männern. Das klingt bizarr?
Es spiegelt die Widersprüche wieder, an denen sich die Gesellschaft reibt. Frauen kämen niemals auf die Idee, sich auf ein Fahrrad zu setzen. Kleineren Mädchen ist das möglich, aber Teenagerinnen stellen ihre Fahrräder in die Ecke.

Dann ist dies eine der vielen Regeln, mit denen Frauen gegängelt werden?
Ja, es ist ein Symbol für die tägliche Gängelung. Ohne den Rückhalt meiner Familie wäre ich vielleicht auch an solchen Hindernissen gescheitert oder hätte meine Träume begraben. Im Gegensatz zu Wadjda bin ich einer liberalen Familie aufgewachsen. Mein Vater war überzeugt, Mädchen hätten die gleichen Rechte und Pflichten wie Jungen. Er widerstand dem Druck seiner Familie und Umgebung, mich ständig zu kontrollieren. Mich machten seine Überzeugungen zur Außenseiterin. Meinen Freundinne...


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