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Mikroplastik in Flüssen

aufgefallen

  • Von Steffen Schmidt
  • Lesedauer: 2 Min.

Aus den Ozeanen ist das Problem schon länger bekannt: Plastikmüll - von leeren Fässern und vagabundierenden Fischernetzen bis hin zu mikroskopischen Teilchen - sammelt sich in einigen ozeanischen Wirbeln und leider auch in den Mägen vieler Wasserbewohner. Dem Irrglauben vieler Deutscher, dank Mülltrennung seien sie an all dem unschuldig, versetzt jetzt die Untersuchung einer Messfahrt des Hamburger Forschungsschiffs »Aldebaran« einen kräftigen Stoß. Die jungen Wissenschaftler um die an der norwegischen Universität Bergen forschende Biologin Sandra Schöttner fanden in Wasser- und Bodenproben auf ihrer Tour von Berlin über Oldenburg bis nach Hamburg und in die Nordsee Plastikmüll in allen Größen.

Dabei zeigte sich, dass nicht nur die massenhaft verwendeten Plastiktüten die Quelle der mi-kroskopischen Kunststoffpartikel in den Flüssen sind. »Es gibt erste Hinweise auf Mikro- und Nanopartikel, die aus Haushalten kommen«, erklärt Sandra Schöttner. Dabei handele es sich neben Partikeln aus Peelings und Zahnpasta auch um Fasern, zum Beispiel aus Fleecepullovern, die mit dem Abwasser in die Flüsse gespült werden. Diese Partikel sind aus vielerlei Gründen problematisch. Zum einen lagern sich daran viele Umweltgifte an. Wenn Fische die Partikel fressen, gelangen die Abfälle in ihre Mägen. Auch im Fleisch der Tiere wurden demnach schon Spuren von Plastik gefunden. Am Ende der Nahrungskette stehe der Mensch. Zum anderen, so Schöttner, verhungern Fische, weil ihr mit den Plastikpartikeln gefüllter Magen Sättigung signalisiert.

Das Umweltbundesamt hatte bereits im April auf einer Konferenz darauf hingewiesen, dass die derzeitigen Kläranlagen derart feine Partikel nicht herausfiltern können. Deren Verwendung in Kosmetika ist bislang völlig legal. Forscher der Universität Oldenburg fanden in einigen Zahncremes einen Masseanteil von bis zu drei Prozent Plastik, in Peelings sogar bis zu sieben Prozent. Immerhin will Unilever ab 2014 keine Kunststoffpartikel mehr in Kosmetika verwenden.

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