Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Ostern im Oktober

In Thüringens Schokoladenfabriken läuft die Weihnachtsproduktion - aber nicht mehr lange

  • Von Andreas Hummel, dpa
  • Lesedauer: 2 Min.
Ob Nugat mit Gewürzmandelgeschmack, Schokololli mit Schneemannmotiv oder weihnachtlich verpackte Pralinenstangen: Schokoladenhersteller wie Viba, Berggold, Stollwerck und Rotstern stecken längst voll in der Weihnachtsproduktion. Ein Bericht aus Thüringen.

Pößneck/Floh-Seligenthal. Drei Monate vor Weihnachten läuft bei den Thüringer Schokoladeherstellern die Produktion süßer Naschereien fürs Fest auf Hochtouren. Um das Pensum zu schaffen, greifen einige auf zusätzliche Saisonkräfte zurück.

Sorgen bereiten den Unternehmen gestiegene Rohstoffpreise etwa für Kakaobutter und Milchpulver. »Die Vollmilchschokolade hat sich binnen Jahresfrist um circa 65 Prozent im Einkauf erhöht«, sagt Berggold-Geschäftsführerin Elvira Ortlepp. Für diese Entwicklung macht sie Rohstoffspekulanten verantwortlich. Flächendeckende Preiserhöhungen müssten die Verbraucher dieses Weihnachten aber nicht fürchten, beteuern die Thüringer Hersteller.

Bei Berggold in Pößneck, Stollwerck in Saalfeld und Viba in Floh-Seligenthal läuft die Weihnachtsproduktion schon seit Juli. »Anfang Dezember ist der Keks dann für Weihnachten gegessen«, erklärt Viba-Sprecherin Claudia Czerjak. »Wir machen zwei Drittel unseres Umsatzes mit dem Weihnachtsgeschäft.« Der Gesamtumsatz habe im vergangenen Jahr bei etwa 17 Millionen Euro gelegen. Neben dem klassischen Nugat weihnachtlich verpackt sowie Adventskalendern setzt das Unternehmen auch auf Nugatvariationen mit Krokant oder Gewürzmandelgeschmack speziell für Weihnachten. Bei Berggold gehören dagegen Schokolollis mit Weihnachtsmann- und Schneemannmotiven zu den Rennern für Weihnachten. Dort wurden zusätzlich zu den gut 120 Mitarbeitern 30 Saisonkräfte eingestellt, erläuterte Ortlepp. Etwa ein Fünftel der Jahresproduktion entfalle auf Weihnachten. Auch das Werk von Stollwerck baut auf die Hilfe von Saisonkräften. Zusätzlich zu den 435 Festangestellten seien derzeit 230 weitere Helfer eingespannt, sagte Sprecher Jan Zuther.

Bei Rotstern in Erfurt ist der Vorlauf für die weihnachtlichen Naschereien wie Pralinenstangen kürzer, die Herstellung hat erst jüngst begonnen. »Wir haben noch kein so ausgeprägtes Weihnachtsprogramm«, sagt Rotstern-Geschäftsführer Ralf Breuer. Das Unternehmen war 2012 in Insolvenz gegangen und später von der Caritas Behindertenwerk GmbH Burgenlandkreis übernommen worden. Der Schwerpunkt liege bisher eher auf Lizenzprodukten - etwa zu Biene Maja und dem Sandmännchen.

Auch das Weihnachtsgeschäft der Süßwarenbetriebe ist Veränderungen unterworfen. »Der Trend geht zu handgefertigten Sachen«, erklärt Viba-Sprecherin Czerjak. Viele Menschen suchten für Weihnachten ganz besondere Überraschungen und seien dafür auch bereit, etwas mehr Geld auszugeben. Dazu unterhält das Südthüringer Unternehmen eine Schau-Confiserie in Schmalkalden.

Doch drei Monate vor Weihnachten denken die Thüringer Schokoladenhersteller schon wieder weiter. »Wir sind gedanklich schon bei der Vorbereitung der Osterproduktion«, erzählt Berggold-Chefin Ortlepp. Die werde bereits im Oktober anlaufen.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln