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Hau den Proll

»Unterschichten«-Bashing: Kai Twilfer schlägt gnadenlos auf die Armen ein

  • Von Christian Baron
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Populäre Klischees über den »Unterschichtspöbel« gab es schon immer, im neoliberalen Kapitalismus unserer Tage aber haben sie Hochkonjunktur. Kai Twilfer ist aktuell sicher das Musterbeispiel des Steigbügelhalters einer Politik des Sozialabbaus unter dem Banner der Freiheit. In seinem bereits mehr als 150 000 Mal verkauften Buch »Schantall, tu ma die Omma winken« berichtet der Sozialarbeiter Jochen von seiner zum Scheitern verurteilten Mission, die »chaotische Unterschichtenfamilie« namens Pröllmann (!) aus dem Ruhrgebiets-Städtchen »Bochtrop-Rauxel« zu betreuen und sie »auf den rechten Pfad der gesellschaftlichen Tugend zurückzuholen«. Dabei gehe es ihm »nicht so sehr um wirtschaftliche Armut, die eigentlich kaum existenzbedrohend vorhanden ist«, sondern »darum, ein Weltbild eines überaus faszinierenden Menschenschlags zu zeichnen, der seine Kinder eben lieber Samantha oder Dustin nennt statt Anna-Sophie oder Maximilian«.

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