Verfrühter Denkmalsturz in Budapest

Ein politisches Wochenende in Ungarn - die Verhältnisse, sie sind nicht so

  • Von Gábor Kerényi, Budapest
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Am Sonntag fand in Budapest der »D-Day 2.0« statt - eine Demonstration aus Anlass des zweijährigen Bestehens von Szolidaritás, einer oppositionellen Sammelbewegung.

Szolidaritás stellt eine Reihe von Grundsatzforderungen: Die gesellschaftliche Umverteilung nach oben, etwa durch den Einheitssteuersatz von 16 Prozent, soll rückgängig gemacht werden, ein Mindestlebensstandard für alle soll sichergestellt und grundlegende Arbeitnehmerrechte sollen wieder eingeführt werden.

Der Aufruf zur Demonstration brachte treffsicher die Lage in Ungarn auf den Punkt: »Wenn du von heute auf morgen lebst, nicht weißt wovon du deine Kinder großziehen sollst, … wenn du lieber 200 Kilometer weiter westlich leben würdest, … wenn du nur für sieben Euro tankst, wenn du abends dankend erzitterst, dass du durchgekommen bist ohne einen eingeschriebenen Brief von der Bank, dann erwarten wir dich um drei Uhr nachmittags auf dem Clark-Ádám-Platz.«

Tatsächlich sind das die Themen, die den Alltag vieler Ungarn beherrschen. In den Medien findet man über die sich immer mehr verfinsternde Grundstimmung, die realen Pro...


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