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Attraktiv dank eingebildetem Schwips

An der Harvard University wurden die Ig-Nobelpreise 2013 verliehen

Eigentlich sollte man annehmen, dass jeder, der einen Nobelpreis erhält, sich darüber freut. Das ist jedoch nicht immer so. Manche Laureaten lehnen es sogar ab, den Preis persönlich in Empfang zu nehmen. Natürlich geht es hier nicht um die ehrwürdige, in Stockholm verliehene Nobelmedaille. Auch die Harvard University verleiht seit nunmehr 23 Jahren einen Preis, der den Namen des schwedischen Erfinders trägt: den »Ig-Nobelpreis« (von ignoble = unwürdig). Damit werden Forschungsarbeiten bedacht, die so skurril sind, dass niemand sie wiederholen sollte. Die Idee dazu stammt von Marc Abrahams, dem Herausgeber der Zeitschrift »Annals of Improbable Research« (Annalen der unwahrscheinlichen Forschung), der sein Anliegen einmal so begründete: »Wir wollen die Leute zuerst zum Lachen und dann zum Nachdenken bringen.«

In der Kategorie Medizin ging der diesjährige Ig-Nobelpreis an ein Ärzteteam aus Japan, das herausgefunden hat, dass am Herzen operierte Mäuse länger leben, wenn sie Opernmusik hören. Mit dem Preis für Archäologie wurden Brian Crandall und Peter Stahl von der State University of New York ausgezeichnet. Die beiden hatten eine tote Spitzmaus gekocht, gegessen und danach ihre eigenen Exkremente untersucht, um festzustellen, wie die Knochen verdaut wurden. Ergebnis: Von Kleinsäugern bleibt bei der Verdauung so wenig übrig, dass bei archäologischen Ausgrabungen kaum Hoffnung besteht, Mäuseknochen als Reste menschlicher Nahrung zu identifizieren.

Die Frage: Ist es möglich, dass ein Mensch übers Wasser gehen kann? stellten sich fünf Physiker aus Italien. Ihre Antwort: Ja, wenn sich der Mensch und das Gewässer auf dem Mond befinden. Dafür erhielten sie jetzt den Ig-Nobelpreis für Physik. Ein weiterer Preis wurde in der Sparte Psychologie vergeben an ein Forscherteam um Laurent Bègue von der Universität Grenoble. Ausgangspunkt der prämierten Studie war die Beobachtung, dass Menschen sich für umso attraktiver halten, je mehr Alkohol sie intus haben. Derselbe Effekt stellt sich auch dann ein - so die diesjährigen Preisträger -, wenn jemand nur glaubt, dass er betrunken sei.

Mit Spannung wurde traditionell die Verleihung des Friedenspreises erwartet. Die Wahl fiel diesmal auf Alexander Lukaschenko, den Präsidenten von Belarus, der 2011 das Applaudieren in der Öffentlichkeit verbieten ließ. Hatte doch die Opposition so ihren Protest gegen den Diktator kundgetan. Allerdings musste er sich den Preis mit seiner Staatspolizei teilen, die einen einarmigen Mann festnahm, weil dieser angeblich geklatscht hatte.

Erwähnt sei noch der Preis für öffentliche Gesundheit, der an ein Ärzteteam aus Thailand ging. Dieses hatte die Komplikationen erforscht, die auftreten, wenn ein wieder anzunähender Penis von einer Ente angebissen wird. Zwar erschien ihre Arbeit bereits 1983, aber auch in Stockholm dauert es oft Jahrzehnte, bis eine Leistung prämiert wird.

Anders noch als in den 90er Jahren nehmen die meisten Laureaten den Ig-Nobelpreis inzwischen gern in Empfang. Immerhin sind bei der Zeremonie in Harvard auch echte Nobelpreisträger zugegen. In diesem Jahr war das unter anderem der US-Amerikaner Dudley Herschbach, Chemielaureat von 1986, der im Saal mit Papierfliegern warf, die seine Nobel-Kollegen am Ende der Veranstaltung zusammenfegen mussten.

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