Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Rot-schwarze Kollegen

Trotz Mindestlohnkampagne verlor die Linkspartei bei der Wahl gerade im Gewerkschaftslager

  • Von Velten Schäfer
  • Lesedauer: 2 Min.
Bei der Bundestagswahl haben SPD und LINKE um die Zuneigung der Gewerkschaften konkurriert. Gewinnerin der Wahl unter den organisierten Kollegen ist indessen die CDU.

Noch sind die Gewerkschaftsmitglieder überwiegend »rot« gesonnen, doch »schwarz« holte bei der Bundestagswahl unter den organisierten abhängig Beschäftigten kräftig auf.

Nach Zahlen des DGB-Informationsdienstes »Einblick« - die sich freilich nicht nur auf die DGB-Gewerkschaften, sondern auch auf etwa den Deutschen Beamtenbund beziehen - stimmten insgesamt knapp 36 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder für die SPD, die damit unter den Kollegen die stärkste Partei bleibt. Allerdings hat die Union stark aufgeholt: Gut 32 Prozent der Gewerkschafterinnen stimmten für CDU und CSU - gegenüber 2009 ein Plus von 7,4 Prozent. Unter den Gewerkschaftsfrauen lag die Union sogar vor der SPD bei knapp 35 gegenüber 32,5 Prozent.

Für die Linkspartei stimmten mit elf Prozent zwar wieder überproportional viele Gewerkschaftsmitglieder, doch verlor die Partei trotz ihrer Zehn-Euro-Mindestlohn-Forderung offenbar gerade unter Gewerkschaftern auch überproportional viele Stimmen, nämlich gut sechs Prozent - kaum weniger als die FDP. Allerdings stimmten mit guten 13 Prozent deutlich mehr weibliche als männliche Gewerkschaftsmitglieder für die Linkspartei. Unter organisierten Arbeitern ist die LINKE mit knapp zwölf Prozent etwas populärer als unter den Angestellten und Beamten mit zehn Prozent.

Unter den Gewerkschaftsmitgliedern zeigt sich auch weiterhin eine krasse Ost-West-Unterscheidung. Im Osten stimmten knappe 34 Prozent der Gewerkschafter für die CDU - und nur gut 21 Prozent für die SPD. Die LINKE, die noch 2009 die unter Ost-Gewerkschaftern meistgewählte Partei war, verlor etwa 1,5 Punkte und kommt nur noch auf knapp 31 Prozent, was ungefähr dem Niveau von 2005 entspricht.

Im Westen lag die SPD dagegen mit fast 39 Prozent unter den organisierten Beschäftigten deutlich vor der CDU mit gut 32 Prozent. Aufschlussreich ist auch der Umstand, dass die Linkspartei unter West-Gewerkschaftern nur sieben Prozent erreichte - zählbar weniger also als ihr Gesamtergebnis.

Auch nach Altersgruppen gestaffelt sind die Ergebnisse nicht uninteressant: Die Linkspartei legt mit steigendem Alter der Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter deutlich zu. Während nur sieben Prozent der 18- bis 29-jährigen Gewerkschafter die LINKE wählten, waren es unter den 30- bis 44-Jährigen 9,6, unter den 45- bis 59-Jährigen knapp zwölf und in der Altersgruppe ab 60 Jahren knapp 13 Prozent. Bei den Gewerkschaftern unter 45 Jahren ist deutschlandweit zudem die Union, nicht die SPD die stärkste Partei.

Die rechte Protestpartei »Alternative für Deutschland« ist auch unter Gewerkschaftern nicht unpopulär. Sie wurde von 4,5 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder gewählt - kaum weniger als die 4,7 Prozent AfD-Wähler in der Gesamtbevölkerung.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln