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Arme Kirche

Ingolf Bossenz über die Pläne des Papstes

Franziskus ist kein Franziskaner. Er ist Jesuit. Dass er für eine franziskanische Kirche plädiert, für »eine arme Kirche für die Armen«, widerspricht denn eigentlich auch originärer jesuitischer Denkweise. Denn Priester der Jesuiten, des im Zuge der Gegenreformation gegründeten Ordens, unterwerfen sich durch ein besonderes Gehorsamsgelübde kritiklos dem Willen des Papstes. Und welcher Papst wollte in der Vergangenheit schon eine arme Kirche? Nun sitzt erstmals ein Jesuit auf dem Stuhl Petri. Sein Wille geschehe also! Das ist Dialektik, die durchaus des Epithetons »jesuitisch« würdig ist. Ob und wie dieser Wille tatsächlich geschieht, ist indes sehr, sehr offen. Was Jorge Bergoglio unter einer »armen Kirche für die Armen« versteht, entzieht sich näherer definitorischer Eingrenzung. Dass der Argentinier im Gästehaus des Vatikans wohnt, einen Gebrauchtwagen fährt und ein Blechkreuz um den Hals trägt, sorgt zwar für gute Presse, aber dürfte die Träger teurer Textilien und billiger Bedenken hinter den Leoninischen Mauern kaum anfechten.

Nun soll der vom Papst eingesetzte achtköpfige Kardinalsrat, der diese Woche erstmals tagte, eine »grundlegende Neuordnung« der Kurie, des päpstlichen Hofstaates, einleiten. Konkreta dazu fehlen bislang ebenso wie beim »Armutsprojekt«. Dass zurzeit selbst Schlagworte wie Befreiungsschläge wirken, zeigt den elenden Zustand der Una Sancta.

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