Mephisto und Monokel

Vor 50 Jahren starb Gustaf Gründgens

  • Von Hans-Dieter Schütt
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Intelligente Aasigkeit, charmanteste Maniriertheit, kabarettistischer Witz. Ein Magier mit Monokel. Mephisto in allen Rollen. Ein bleiches Spielgesicht, als sei es ein Leichentuch, aber das Tuch konnte leicht und luftig wehen - so es nicht schwer und traurig über den Tragödien lag und deren Konturen zeichnete.

Das ist Gründgens. Der Düsseldorfer, der 1899 als Gustav geboren wurde, sich aber später Gustaf schrieb. Der sich in Berlin an die Spitze der Stars tanzte und spielte. Heiratet Erika Mann, erhält vom Schwiegervater einen Schlafrock geschenkt und eine Hochzeitsrede, also: Literatur. Dann: am Staatstheater der Generalintendant von Görings Gnaden. Ein kluger Planer und charaktervoll entschiedener Verwalter. Er wird dies nach dem Zweiten Weltkrieg in Düsseldorf und Hamburg - Berlin verweigert man ihm - unter nächsten Beweis stellen. Brecht gab die Uraufführung seiner »Heiligen Johanna der Schlachthöfe« aus gutem Grund in die...


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