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Der Frau ihre Natur

Regina Stötzel über Kristina Schröders Rückzug ins Private

  • Von Regina Stötzel
  • Lesedauer: 2 Min.

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Zum Glück ist Kristina Schröder eine Frau. Denn Frauen, so weiß die zuständige Frau Frauenministerin schließlich am besten, haben naturgemäß bestimmte unveränderbare Präferenzen, die sich von denen der Männer unterscheiden. Dazu gehört, dass es Frauen schwerer fällt, sich wegen der Lohnarbeit vom Kind zu trennen. Weil Kristina Schröder eine Frau ist und Frauen nun mal genau so sind, wie sie sagt, wäre es völlig abwegig zu glauben, es gebe andere Gründe für Schröders angekündigten Rückzug aus dem Bundeskabinett als den, künftig mehr Zeit mit ihrer Tochter verbringen zu wollen.

Wäre Schröder keine Frau, könnten böse Zungen behaupten, ihr Posten wäre selbst bei der Fortführung einer schwarz-gelben Koalition sicherlich in andere Hände geraten. Denn sie könnten daran erinnern, dass Schröder für das Betreuungsgeld steht, das sogar noch in ihrer eigenen Partei höchst umstritten ist. Sie könnten kritisieren, dass die Ministerin mehrfach wissenschaftliche Studien so keck als Bestätigung ihrer eigenen Politik uminterpretierte, dass die Verfasser Einspruch erhoben. Und sie könnten unterstellen, dass Schröders Wahlfreiheit immer nur die von Frauen in Lebensumständen wie ihren eigenen ist - in denen frau sich entscheiden kann, die Betreuungskosten für die Kleinen von der Steuer abzusetzen oder der Schröderschen Natur zu folgen.

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