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Todesstrafe: Mord in bürokratischem Gewand

Kirchenvertreter fordern Verbot von Hinrichtungen / Amnesty ruft zu globalem Aktionstag auf / Exekution in Texas

Berlin (Agenturen/nd). Anlässlich des Internationalen Tages gegen die Todesstrafe haben sich führende Vertreter der Kirchen für ein Verbot von Exekutionen ausgesprochen. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider, forderte in einem Gastbeitrag für die »Huffington Post Deutschland« die weltweite Abschaffung der Todesstrafe. Er halte deren Anwendung »für einen Akt barbarischen Handelns und nicht für ein Rechtsinstrument«.

Nach Auffassung des Freiburger Erzbischofs Robert Zollitsch kann die Todesstrafe einem Mord gleichkommen, »der lediglich in einem bürokratischen Gewand auftritt, um den Schein der Legalität zu wahren«. Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz forderte, keinem Straftäter dürfe die »Perspektive der Wiedererlangung der Freiheit« verwehrt werden.

Im vergangenen Jahr sind nach Angaben von Amnesty mindestens 682 Menschen hingerichtet worden. In dieser Zahl seien jedoch nicht geheim gehaltene Exekutionen enthalten, wie sie unter anderem in China vorkommen. In diesem Staat werden die meisten Todesstrafen verhängt. Weltweit halten 58 Länder an der Todesstrafe fest, 21 davon haben 2012 aber Gefangene hingerichtet. Sieben Staaten der Erde sind für derzeit 95 Prozent der Hinrichtungen weltweit verantwortlich.

Todesurteile kommen laut Amnesty nicht selten nach »Geständnissen« unter Folter zustande. Als Beispiel nannte die Menschenrechtsorganisation Afghanistan, den Irak oder Saudi-Arabien. Amnesty will am Donnerstag gemeinsam mit Initiativen und Protestaktionen ein Ende aller Hinrichtungen fordern.

»Die Todesstrafe ist keine angemessene Antwort auf Mord und Kriminalität. Wo sich der Staat zum Richter über Leben und Tod aufschwingt, nimmt nicht Gerechtigkeit ihren Lauf, sondern Rache und Vergeltung«, so Amnesty. Nach Auffassung der Organisation könnten Staaten nicht gleichzeitig die Menschenrechte achten und die Todesstrafe verhängen und vollstrecken. Derweil erklärte die Vorsitzende der Arbeitsgruppe Menschenrechte und Humanitäre Hilfe der Unionsfraktion im Bundestag, Erika Steinbach, die Todesstrafe müsse »weltweit geächtet und abgeschafft werden«.

Unterdessen wurde bekannt, dass im US-Bundesstaat Texas ein 43-jähriger Mann wegen der Ermordung seiner Eltern und seiner Großmutter per Giftspritze hingerichtet worden ist. Es handelte sich um die 14. Exekution in dem Bundesstaat in diesem Jahr.

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