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Wir haben aufgeräumt und angebaut

Chefredakteur Tom Strohschneider über Kunst, Kommunikation und eine kleine nd-Blattreform

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Tom Strohschneider  ist Chefredakteur des »nd«.
Tom Strohschneider ist Chefredakteur des »nd«.

»Wer es mit Kommunikation zu tun hat, muss auf Kunst verzichten«, meinte einmal der legendäre Gestalter Otl Aicher. Man wird einem der prägenden Grafiker und Designer des 20. Jahrhunderts nicht so leicht widersprechen wollen. Einerseits. Anderseits hat auch »nd« mit Kommunikation zu tun. Und was unsere Gestalter Holger Hinterseher und Michael Pickardt in den vergangenen Monaten mit der »sozialistischen Tageszeitung« gemacht haben, das kann für sich beanspruchen: Kunst zu sein.

Manche Veränderungen stechen sofort ins Auge, etwa die Rückkehr zur linksbündigen Schlagzeile. Anderes zeigt sich erst beim genaueren Hinschauen. So bekommt »nd« mit der aktuellen Ausgabe eine neue Grundschrift: Charter. Die Schrift wurde 1987 von Matthew Carter entworfen und schlägt den Bogen zwischen klassischen Schriftstilen, moderner Anmutung und guter Lesbarkeit. Und wir haben aufgeräumt. Die bisherige Vielfalt unterschiedlicher Schriftschnitte und Formate wurde verringert, die Auszeichnung von Rubriken vereinheitlicht und die Unterscheidbarkeit von Texten verbessert. Und das sind noch längst nicht alle gestalterischen Überarbeitungen - die meisten werden Sie gar nicht mitbekommen. Das ist auch so gewollt - und, um auf Aicher zurückzukommen, eine Kunst.

Bei unserer kleinen Blattreform standen stets zwei Ideen im Vordergrund. Die erste lautet: Weniger ist mehr. Zum Beispiel soll sich das Layout einer Zeitung nicht vor den Inhalt drängeln. In Zeiten des Internets ist am nächsten Morgen auch nicht mehr jede kleine Nachricht neu - immer wichtiger aber wird es für eine linke, kritische Zeitung, die Hintergründe zu liefern und Angebote zur Einordnung zu machen: zum Beispiel mit einer neuen Dokumentationsseite am Montag und mit einer zusätzlichen Meinungsseite am Samstag.

Und zweitens war uns wichtig, die guten Seiten von »neues deutschland« noch besser zu machen. Denn ein Layout allein macht noch keine »sozialistische Tageszeitung«. Wir haben die wöchentlichen Schwerpunktseiten überarbeitet, das Feuilleton erweitert und die Dramaturgie des Blattes verbessert. Die Brandenburgseite wird künftig auch den Leserinnen und Lesern der Bundesausgabe geliefert, die Berlinkultur schließt künftig in der Hauptstadtausgabe den Regionalteil ab. Ganz wichtig war uns: das Wochen-nd. Hier werden Sie weiterhin die großen Lesestücke, Analysen und Essays finde - und einen erweiterten Wissenschaftsteil.

Eine Blattreform wird nicht ohne Fehler über die Bühne gehen. Wir werden die eine oder andere Sache korrigieren müssen. Und wir werden auch künftig Neues wagen. Entscheidend bei all dem sind Sie, liebe Leserinnen und Leser. Haben Sie Spaß an Ihrem neuen »nd«. Oder, um noch einmal Otl Aicher zu zitieren: »Ein wirklich gutes Produkt zeigt sich so, wie es ist.«

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