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Tegel und Schönefeld überwintern

Die Flughäfen sehen sich für die kalte Jahreszeit gerüstet

Die Berliner Alt-Flughäfen Tegel und Schönefeld bereiten sich auf den kommenden Winter vor. Es dürfte nicht der letzte gewesen sein.

Unabhängig vom Wetter: Der nächste Winter wird für die beiden Berliner Flughäfen wieder sehr hart. Denn eigentlich war er nicht eingeplant. Wie schon der vergangene Winter. Da sollten die Flugzeuge bekanntlich längst vom neuen BER starten. Dafür haben sich Tegel und Schönefeld wacker geschlagen. »Im Gegensatz zu anderen Flughäfen mussten wir im letzten Winter an keinem Tag schließen, daran wollen wir in diesem Jahr anknüpfen«, sagte Betriebsleiter Elmar Kleinert.

Vier neue Räumfahrzeuge - jedes kostete mehr als 600 000 Euro - wurden angeschafft, womit sich die Flotte auf 50 vergrößerte. Außerdem stehen für beide Flughäfen 21 Elephanten bereit, wie die Fahrzeuge heißen, die mit ihren rüsselähnlichen Auslegern und einem Glykol-Wasser-Gemisch die Flugzeuge vom Eis befreien. 300 Mitarbeiter der Flughafengesellschaft und des Bodendienstleister Globe Ground Berlin stehen für den Winterdienst bereit.

Eingeläutet wurde die Wintersaison bereits am 2. Oktober, als die ersten Flugzeuge enteist werden mussten. »Das kann schon bei einer Außentemperatur von 15 Grad notwendig werden, wenn ein Flugzeug aus großer Höhe landet«, sagt Sven Guhlig von Globe Ground. 10 bis 20 Minuten dauert im Schnitt eine Enteisung, je nach Größe, Temperatur und Eisstärke könnten es aber auch ein paar mehr werden. Bei einem dicken Eispanzer werden mehrere tausend Liter Enteisungsmittel verbraucht. Die hätten eine hohe Umweltverträglichkeit, da sie biologisch abbaubar seien, heißt es bei der Flughafengesellschaft. Zum Start sei auch bereits alles vom Flugzeug abgeflossen. Probleme aus der Vergangenheit, als dem Flughafen das Enteisungsmittel ausging und Flächen fehlten, an denen die Flugzeuge besprüht werden können, sollen sich nicht wiederholen. Die Kapazitäten der Tanklager in Schönefeld wurden erhöht, in Tegel eine neue Enteisungsposition geschaffen.

Wie lange das alles noch an den alten Flughäfen genutzt werden muss, ist unklar. »Für den Winter 2014/2015 kann ich mir das schon noch vorstellen«, sagt Kleinert. Und vielleicht dauert alles noch länger. Der Siemenskonzern, der jetzt am BER die Brandschutzanlage zum Funktionieren bringen soll, hat dazu jedenfalls bis zu 18 Monate Zeit. Rückschlüsse auf einen möglichen Eröffnungstermin ließen sich daraus aber nicht ziehen, hieß es beim Flughafen.

Tegel und Schönefeld müssen also weiter durchhalten. Mit 20 Millionen Euro werden sie dafür fit gemacht, wovon allein 17,5 Millionen auf das mit 18 Millionen Passagieren überlastet Tegel entfallen. Bis Jahresende soll dessen Sanierung abgeschlossen sein. Die meisten Toiletten sind schon neu gefliest und mit modernen Armaturen ausgestattet, für Kleinert kein Luxus, sondern eine notwendige Übergangslösung. Auch die Wände in den Passagierbereichen wurden neu gestrichen, die Start und Landebahnen erneuert.

Im Terminal D arbeitet inzwischen ein neues, 100 Meter langes Koffertransportband, eine »mehrstufige Röntgenkontrollanlage« wurde eingebaut, mit der Bundespolizisten 1000 Gepäckstücke pro Stunde durchleuchten können, und die Transfergepäckhalle wurde neu organisiert. Reisende, die in Tegel nur die Flugzeuge wechseln, sollen künftig nicht mehr so lange auf ihr Gepäck warten müssen. Verkehrsstaatssekretär Christian Gaebler erwartet, dass das investierte Geld durch zusätzliche Fluggäste wieder eingespielt wird.

Am BER wird diesen Winter übrigens nicht nur am Brandschutz gearbeitet. Weil bereits fertige Teile wie die Werft und Abstellpositionen am Nordpier bereits genutzt werden, müssen etwa 200 Hektar Fläche schneefrei gehalten werden.

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