KOLUMNE

Zynische Geste der Missachtung

Knut Mellenthin über die US-Regierung und das Verhalten der Bundesregierung im US-Abhörskandal

Große Überraschung: Das Handy der Kanzlerin wurde von US-amerikanischen Dienststellen überwacht. Die von der deutschen Regierung bis dahin geleugneten oder gerechtfertigten milliardenfachen Abhörmaßnahmen der Vereinigten Staaten werden plötzlich zu ganz großem Theater hochgespielt.

Aber erstens hat Angela Merkel selbstverständlich immer mit der Möglichkeit gerechnet, dass ihre Gespräche abgehört werden. Wenn schon nicht von unseren lieben US-amerikanischen Freunden, dann doch zumindest von den bösen Russen. Daraus ergaben sich zwangsläufig bestimmte Regeln der Kommunikation. Weil das die US-Dienste wussten, war ihnen von vorn herein klar, dass sie durch die Überwachung von Merkels Handy weder politische noch private Neuigkeiten von Wert erfahren würden. Die Überwachung verbündeter Politiker zielt nicht auf Erkenntnisgewinn ab, sondern ist eine zynische Geste der Missachtung gegenüber den Juniorpartnern.

Die Administratio...

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