Liebe ist nirgendwo

Im Kino: »Das große Heft« von János Szász

  • Von Gunnar Decker
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Kindheit in Zeiten des Krieges. Welch ein Thema, das an die Wurzel menschlicher Existenz geht! Wer in Zeiten des Schreckens geboren wurde, wie soll der je wieder das Gefühl von Sicherheit, von Schutz und Zuwendung erfahren, das Kindheit ausmacht? Wie soll er jene humane Substanz in sich entwickeln, die ihn fortan zwischen gut und böse unterscheiden lässt?

Krieg frisst Kinderseele. Darum geht es in »Das große Heft« von János Szász. Es ist die Verfilmung von Agota Kristofs in 40 Sprachen übersetztem Roman. Er hat sich dafür den Kameramann Christian Berger geholt, der bereits Michael Hanekes »Das weiße Band« in elegisch-kalte Bilder brachte. Der Mikrokosmos Dorf spiegelt trotzdem jene Welt, von der dieser eigentlich nichts wissen will. Ungarn, Anfang der 40er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Ulrich Matthes spielt (leider nur kurz am Anfang und dann wieder ganz am Ende) jenen Vater, der in den Krieg muss und sich um seine beiden Zw...


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