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Ahausdas Buch zum Castor

25 Jahre Geschichte im Schatten von Gorleben Von Reimar Paul

Castor Transporte sind auch Medienereignisse. Das gilt vor allem für das Wendland. Heerscharen von Jour nalisten waren vor Ort, als 1996 und 1997 die Laster mit Atommüll nach Gorleben rollten und Tausende Atomgegner die Straßen und Schienen blockierten. Die Bürgerinitiativen aus dem Landkreis Lüchow-Dannenberg dokumentierten das Geschehen hernach aus ihrer Sicht. Aufwendig bebilderte »Castor«-Bücher und Broschüren erreichten hohe Auflagen. Dia-Serien und Filme wurden bei Veranstaltungen im ganzen Land gezeigt und hielten Erinnerungen an die Erlebnisse im Wasserwerferstrahl wach.

Jetzt haben die Atomkraftgegner aus dem westfälischen Ahaus mit einer Publikation nachgezogen. »Ahaus. Das Buch zum Castor« heißt ein kürzlich erschienenes Werk. Mit den Geschehnissen rund um den letzten Castor Transport nach Ahaus im März ‹98 beschäftigt sich aller dings nur ein einziges der insgesamt zwölf Kapitel. Hartmut Liebermann, langjähriger Vorsitzender und Pressesprecher der BI »Kein Atommüll in Ahaus« hat hier noch einmal aufgeschrieben, wie die Menschen in der Region auf die Ankunft des Atommüllzuges aus Neckarwestheim reagiert haben und wie die Polizei die Container ins Zwischenlager knüppelte. Andere Abschnitte des Bandes beschäftigen sich mit der fast 25-jährigen Geschichte des Ahauser Zwischenlagers, das stets im Schatten von Gorleben stand, so mit den Millionenzuwendungen, mit denen die Betreiber dem Ahauser Gemeinderat die Zustimmung zum Bau des Lagers buchstäblich abkauften. Und mit den anderen Atomanlagen in der Region wie dem längst still gelegten Thorium-Hochtemperatur-Reaktor in Hamm oder der Urananreicherungsanlage in Gronau.

Etwas beliebig hat das Herausgeber kollektiv den Band mit weiteren›Beiträgen-‹1 zum Thema Energiepolitik aufgefüllt. Da wird ein »Überblick über die Wirrungen der Energiewirtschaft« gegeben, der Atomausstieg als »ein rechtspolitisches Problem« erörtert» oder das «Beispiel einer Energieselbstversorgung in einem selbstverwalteten Wohnprojekt» bemüht.

In den nächsten Monaten werden wieder Castor Transporte nach Ahaus rollen. Wer mitreden oder sogar mitdemonstrieren will, ist mit dem Buch gleichwohl recht gut bedient. Er oder sie muss dafür aller dings tief in die Tasche greifen. 30 Mark für rund 130 Seiten im A5-Format sind ein hoher Preis.

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