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RTL ging auf Quotenjagd auch mit Prostitution live

29-Jähriger sollte bei »Bärbel Schäfer« Ehefrau feilbieten Von Claus Dümde

Gewöhnliche Prostituierte verbreiten offenbar bei Peep-TV nur noch Langeweile, seit auch die öffentliche »erste Reihe« ganze Serien damit bestreitet. Was liegt da näher, als käuflichen Sex nicht nur per Werbung nach 22 Uhr, sondern live zu offerieren. RTL will's mit Bärbel Schäfer heute ab 15 Uhr wagen: »Für Geld würde Rainer alles tun«, kündigt der Privatsender die Show an. »Der Frührentner hat hohe Schulden und wird heute bei Bärbel seine Frau Carmen anpreisen, wie im Hollywood-Movie: >Ein unmoralisches Angebot< - eine Million Mark für eine Nacht mit Carmen.«

Das verspricht Einschaltquoten - und Werbeeinnahmen, zumal »Bild« gestern auf der Titelseite den Menschenhandel samt Fotos von »Anbieter« und »Ware« ankündigte. Zwar warnte der Direktor der zuständigen Niedersächsischen Landesmedienanstalt für privaten Rundfunk (NLM), Reinhold Albert, dass die Sendung »unter Jugendschutzgesichtspunkten problematisch ist«. Albert sieht dadurch die Achtung der Menschenwürde gefahr det, »da die betreffende Frau als Objekt dargestellt und vermarktet wird«.

Doch das allein dürfte RTL kaum schrecken. Eher die Abwägung, ob durch eine Spitzenquote per Werbung mehr reinkommt als das maximal drohende Bußgeld von 500000 Mark. Außerdem kann NML ein Beanstandungsverfahren einleiten. Geht' es negativ für den Sender aus, darf der die Sendung nicht wiederholen.

Freilich droht dieser Art Fernsehpuff auch strafrechtlich Ungemach: Rainer W. wegen schwerem Menschenhandel (§181 StGB), ihm, Bärbel Seh., Produktionsfirma und Sender wegen Kuppelei (§181a StGB), Höchststrafe zehn bzw. fünf Jahre Haft. Wurde deshalb die Show kurzfristig vertagt? Fein raus wäre nämlich nur Car men W. - falls sie mit Ehemann Rainer juristisch in »Zugewinngemeinschaft« lebt.

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