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Schlechte Beratung durch die Banken

Ob der Traum vom eigenen Heim in Erfüllung geht oder zum Albtraum wird, hängt am meisten von der Finanzierung ab. Wie weit reicht mein Eigenkapital, wie hoch muss der Kredit sein? Die Belastungen und Risiken bei der Erfüllung des Wunschtraums sind riesengroß. Also vertrauen die Bau- oder Kaufwilligen auf die fachkundige Beratung durch die Banken und Sparkassen.

Doch da können sie gewaltig reinfallen. Die Stiftung Warentest überprüfte bundesweitdie Qualität der Baufinanzierungsberatung von 20 Kreditinstituten, darunter Groß- und überregionalen Banken, der Postbank und einer Auswahl von sechs großen Sparkassen. 32 Testpersonen ließen sich beraten.

Die Stiftung Warentest, die die Prüfung in der vorigen Woche vor der Presse vorstellte, kam zu einem erschreckenden Er gebnis: Nur zwei der getesteten Banken beraten ihre Kunden gut, und zwar die Commerzbank und die Sudwestbank. Fünfmal musste die Stiftung Warentest die Note »Mangelhaft« vergeben, so an die Deutsche Bank 24 die Postbank, die Sparkasse Frankfurt (Main) die Hamburger Sparkasse und die Citibank.

Schon 1996 hatte die Zeitschrift »Finanztest« über die schlechte Beratungsqualität für Bauwillige berichtet. Daran hat sich wenig geändert. Wie »Finanztest«-Chefredak teur Hermann-Josef Tenhagen betonte, war auch 1999 die Benutzung von Beratungsbögen oder gar computergestützten Finnazierungsprogrammen nicht die Regel. Offensichtlich schulen die Geldinstitute ihre Mitar beiter nicht ausreichend.

Die häufigsten und gravierendsten Versäumnisse bestanden dann, einen zu niedrigen oder einen zu hohen Baukredit zu ver kaufen. Oftmals wurden die Kaufnebenkosten für Makler Notar und Finanzamt »vergessen«. Die Hälfte der Bankexperten ermittelten nicht, ob das Einkommen der Bauwilligen für eine Finanzierung des Baus oder Kaufs ausreicht. Unzureichende oder keine Information gab es über die Belastung nach Ende der Zinsbindung und die Fördermoglichkeiten. So bezog nur jeder dritte Berater die staatliche Eigenheimzulage ein, auf die Bau- und Kaufwillige Anspruch haben und die jedoch nach acht Jahren ausläuft. Noch weniger wurde auf das verbilligte Darlehen durch die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau verwiesen. Unzureichend wurde auch der vernunftige Einsatz des Eigenkapitals besprochen.

Was ist zu tun? Die Stiftung Warentest empfiehlt: Wer sich einen Baukredit sichern will, muss sich grundlich auf das Gespräch bei seinem Geldinstitut vorbereiten. So sollte man eine detaillier te Liste über das Eigenkapital und eine Checkliste mit allen Fragen für das Beratungsgespräch aufstellen. Der Beratungstermin sollte telefonisch vereinbart werden und auf EDV-gestutzte Beratung gedrängt werden. Der Kreditwillige sollte sich die monatliche Belastung genau für den Zeitpunkt ausrechnen lassen, wenn die Zinsen nach Ablauf der Zinsbindung steigen. Notwendig ist auch die Aushändigung eines genauen und über sichtlichen, schriftlich fixierten Finanzierungsplans. Banken sind für falsche Angaben grundsätz lieh haftbar

Notwendig sind auch schriftliche Angebote mehrerer Geldinstitute, um Vergleiche anstellen zu können. Grundlage für den Vergleich sollte stets der Effektivzins sein. Wichtig sind die Kreditnebenkosten wie Schätzgebuhren und Beeitstellungszinsen, aber auch andere Nebenkosten wie die noch immer eingefor derte Grunderwerbsteuer Die Stiftung Warentest rät auch, wenn möglich das niedrige Zinsniveau zu einer höheren Tilgung als ein Prozent zu nutzen.

Viele Verbraucherzentren bieten übrigens eine neutrale Baufinanzierungsberatung bei Kosten zwischen 100 und 250 Mark an. RBL

Das Prufungsergebnis der Stiftung Warentest und weitere wichtige Hinweise zur Baufinanzierung wurden veröffentlicht in der Zeitschrift »Finanz test« 2/2000.

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