Werbung

Dieser Text ist Teil des nd-Archivs seit 1946.

Um die Inhalte, die in den Jahrgängen bis 2001 als gedrucktes Papier vorliegen, in eine digitalisierte Fassung zu übertragen, wurde eine automatische Text- und Layouterkennung eingesetzt. Je älter das Original, umso höher die Wahrscheinlichkeit, dass der automatische Erkennvorgang bei einzelnen Wörtern oder Absätzen auf Probleme stößt.

Es kann also vereinzelt vorkommen, dass Texte fehlerhaft sind.

VT-

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

“onkrete Forderungen sollen dem dänischen Kabinett in Kopenhagen Oktober anlässlich der Ver handlungen über die Haushaltszuschüsse für die größte Insel der Welt übergeben werden. Aber so viel ist jetzt schon gewiss: Es geht den Grönländern nicht um Ver handlungen über die volle Souveränität, wie sie gegenwärtig von der Regionalregierung der ebenfalls zu Dänemark gehörenden Inselgruppe der Färöer geführt werden. Das hat der Chef der Selbstver waltung Grönlands, Jonathan Motzfeld

von der sozialdemokratischen

Partei, klar zum Ausdruck gebracht.

Der dänischen Zeitung «Politiken» zufolge fordern die Insulaner vor allem einen größeren Zuschuss des «Mutterlands» für jene Bereiche, die die Regierung in der Hauptstadt Nuuk seit der Einführung des

Aiitonnmifistatiis im lahre 1Q7Q

verwaltet. Darüber hinaus will Nuuk größere Selbstständigkeit auch auf den Feldern, die bislang von Kopenhagen bear beitet werden, etwa die Außenpolitik. Das Selbstverwaltungsabkommen soll neu verhandelt werden. Ein neues Rohstoff- Abkommen soll den Grönländern größere Anteile an den Gewinnen der Ausbeutung von Naturschätzen garantieren - dabei geht es auch um noch unerschlossene Vorkommen an Erdöl, Gas und wertvollen Mineralien, die unter dem Eis und im Schelfgebiet der 2,175 Millionen Quadratkilometer großen Insel vermutet werden. Und schließlich - diese Forderung hat Aufsehen erregt - wird eine unparteiische Untersuchung der Gewinne verlangt, die Dänemark dank Grönlands aus seiner Verteidigungs- und Sicherheitspolitik zieht. Gemeint sind offensichtlich die Einnahmen, die Dänemark von den USA oder der NATO erhält, wenn es grönländisches Territorium für militärische Zwecke zur Verfügung stellt. Auch davon möchten die Bewohner des hohen Nordens ihren Anteil haben.

Das sind handfeste Forderungen, an denen die Regierung in Kopenhagen wohl noch knabbern wird. Allerdings hat der dänische Premier Poul Nyrup Rasmussen schon abgewinkt. Er wünsche «noch nicht, sich detailliert über solche Forderungen zu äußern». Die Regierung werde erst über die grönländischen Wünsche verhandeln, wenn die Selbstständigkeitskommission des autonomen Gebietes ihre Arbeit im Jahre 2001 abgeschlossen hat. Und auch Königin Margrethe äußerte sich anlässlich der Feiern zum 1000. Jahrestag der Christianisierung Grönlands und der Entdeckung Amerikas durch Leif Eriksson in Qassiarsuk nicht direkt zu dem Verlangen. Sie bescheinigte den Inuit, wie sich die 43 000 Einwohner der Insel selbst nennen, dass ihre «Identitätskrise beim Übergang zur Selbstständigkeit ein zurückliegendes Stadium» sei. Die Selbstverwaltungsregierung und die Resultate, die sie erreichte, hätten für ein neues Selbstbewusstsein gesorgt.

Ob die Bürger von Kalaallit Nunaat - «Land der Menschen» nennen sie ihre Heimat, die 50 mal größer ist als Dänemark - damit zufrieden sind, bleibt dahingestellt. Auf jeden Fall, so bestätigte ihnen die dänische Zeitung «Jyllands-Posten», ist das vor 21 Jahren geschlossene Abkommen mit dem Mutterland veraltet.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!