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  • Politik
  • Deutschland I: Das unmögliche Interview

Die Eiche und die Kartoffel

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Sie leben in Paris. Blickt man da anders auf dieses nicht nur gegenwär tig schwierige Volk der Deutschen?

Es ist schon ein Merkwürdiges, dass die Deutschen, vertrieben in die Fremde, die traurigsten Dichter des Unglücks sind, Aber sehe und erlebe sie nur einer daheim! Da ist ein Auftrumpfen, das immer nur den Deutschen selber meint und durch alle Wälder dröhnt.

? Vor allem Eichenwälder? Den Sinnbaum der Deutschen?

Nicht wo deutsche Eichen wachsen, ist Deutschland.

? Die Eiche ist stark und trotzig und wächst in vielen Wappen.

Eichen sind nur große Holzklötze, wor an im Sommer grüne Blätter hängen und Eicheln, läppisch kleine Früchte, allzu klein für einen so großen Baum und genießbar nur für Schweine.

? Wie tolerant, wie nachsichtig darf eine demokratische Herrschaft sein?

Es ist immer bedenklich, wenn eine Regierung nicht stark scheint in den Augen des Volks. Es lockt dann jeden, seine Kraft daran zu versuchen.

? Sie sind immer ein Verteidiger der Demokratie gewesen.

Aber es scheint die Weltperiode vorbei zu sein, wo die Taten der Einzelnen her vorragen; die Völker, die Parteien, die Massen selber sind die Helden der neueren Zeit ... während die Heroen, die früherhin die handelnden Personen waren, jetzt zu mäßigen Repräsentanten des Parteiwillens und der Volkstat herabsinken und zur schwatzenden Betrachtung hingestellt sind.

? Der Deutsche gilt aber doch im Ausland allgemein als Demokrat!

Mich dünkt, wenn Despotismus und Sklaverei zusammenkommen da hört man das deutsche Wort und sieht man deutsche Geduld.

? Geduld - ein anderes Wort für Untertanengeist, der sich an Schwächeren rächt?

Diese Geduld ist wohl Ursache, dass durch deutsche Soldaten immer am meisten ausgerichtet worden. Nicht Mut, sondern diese Geduld regiert die Welt.

? Helen Dank für das Gespräch, Heinrich Heine. Es scheint wenig Aussicht zu sein auf ein geistig durchlüftetes Vaterland.

Luther erschütterte Deutschland aber Francis Drake beruhigte es wieder- es gab uns die Kartoffel.

Das Interview »führte« Hans-Dieter Schutt

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