»Blut! Mehr Blut! Opfer! Mehr Opfer!«

Ahmadou Kourouma spiegelt die Schrecken kolonialer Herrschaft

  • Von Uwe Stolzmann
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Schwarzafrika vor Zeiten: Die Europäer fallen ein, sie rauben, morden, knechten, knebeln. Lässt sich dies in einem Roman darstellen? Kann ein Dichter die Schrecken weißer Landnahme so benennen, dass wir sie ein Stück weit fühlen? Ahmadou Kourouma kann es. Kourouma - ein bei uns fast unbekannter Name, der Name eines singulären Autors; er gehört in die Schulbücher.

Ahmadou Kourouma, Sohn eines muslimischen Kaufmanns, kommt 1927 in Côte d’lvoire zur Welt. Er besucht in Mali die französische Schule. Studiert in Lyon Mathematik. Leistet Militärdienst in Indochina. Arbeitet für Versicherungen. Schreibt ein Theaterstück und fünf Romane. Dieser Erzähler ist ein Aufklärer: Er geißelt den Machtrausch der Eliten, er zeigt die blutigen Finger der Kindersoldaten und die blutigen Hände der Herrscher. Ein Potentat der Elfenbeinküste grollt dem jungen Autor; in den frühen Sechzigern muss Kourouma für Monate ins Gefängnis, dann geht er fort. J...


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