Grüne reagieren zurückhaltend auf Bündnisdebatte

Cem Özdemir: Öffnung der SPD richtig und notwendig

Berlin. Die bevorstehende Öffnung der SPD gegenüber der Linkspartei findet Beifall in beiden Parteien. Die Vorsitzenden der Landesverbände in Berlin, Jan Stöß (SPD) und Klaus Lederer (LINKE), begrüßten die Öffnung. »Ich halte dies für einen richtigen und auch fälligen Schritt vorwärts«, sagte Stöß am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa. SPD-Chef Sigmar Gabriel wisse, »dass er für ein Ende der Ausschließeritis bei uns sehr breite Unterstützung hat«. Lederer sagte: »Es ist gut, wenn die SPD endlich beginnt, die Realität zur Kenntnis zu nehmen, und ihr Verhältnis uns gegenüber an den normalen Umgang unter demokratische Parteien angleicht.«

Linksparteichefin Katja Kipping hatte zuvor allerdings eingeschränkt, für ein Reformbündnis mit SPD und Grünen sowie eine »sozialökologische Wende« würden Impulse künftig vor allem von der Linkspartei und den Grünen kommen müssen. Die Grünen reagierten ihrerseits zurückhaltend auf die Debatte. »Es ist richtig und notwendig, dass die SPD sich künftig Gesprächen mit der Linkspartei nicht mehr verschließen möchte«, sagte Parteichef Cem Özdemir am Mittwoch gegenüber »neues deutschland« - auch wenn der »Zeitpunkt dieses Kursschwenks mitten in den Koalitionsverhandlungen« bemerkenswert sei. Ob aus Dialog dann Kooperation werde, das stehe auf einem anderen Blatt. »Gerade bei manch großen Ankündigungen von Seiten der Linkspartei wäre ich sehr gespannt, ob daraus tatsächlich eine echte Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung erwächst«, so Özdemir.

Sachsens Grüne zeigen sich mit Blick auf die Landtagswahl 2014 offen für ein Bündnis mit Linken und Sozialdemokraten. Bereits jetzt gebe es eine gute und pragmatische Zusammenarbeit, sagte Parteichef Volkmar Zschocke am Mittwoch in Dresden. Allerdings werde sich die Partei weiter von inhaltlichen Übereinstimmungen leiten lassen, betonte Claudia Maicher, die mit Zschocke eine Doppelspitze bildet. Agenturen/nd/uka

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