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Samaras will in Berlin um weitere »Hilfe« bitten

Schuldenabbau auch Thema beim Treffen mit Merkel / Proteste gegen Besuch des griechischen Ministerpräsidenten angekündigt

Berlin. Der griechische Regierungschef Antonis Samaras will bei seinem Besuch in der Bundesrepublik am Freitag die Euro-Länder erneut um Hilfe beim Schuldenabbau bitten. Das berichtet die »Süddeutsche Zeitung«. Samaras trifft mit der Kanzlerin in Berlin zusammen, dem Blatt zufolge soll dann auch über Erleichterungen beim Schuldenabbau gesprochen werden. Athen hofft demnach auf niedrigere Zinsen oder längere Tilgungsfristen.

Der Schuldenstand des Landes hatte Ende September 321,8 Milliarden Euro oder 169 Prozent des Bruttosozialprodukts erreicht. Das ist deutlich mehr als vor einem Jahr, damals betrug die Summe 303,5 Milliarden. Zielmarke der Euro-Zone ist eine Schuldenquote von lediglich 60 Prozent. Athen erwartet für 2014 allerdings erstmals nach fünf Jahren wieder ein leichtes Wirtschaftswachstum. Man könne »die ersten Erfolge sehen«, sagte Merkel kurz vor dem Samaras-Besuch. Griechenland habe »bemerkenswerte Veränderungen« vollzogen. Dies bedeute aber nicht, dass schon alles geleistet ist.

Griechenland steht seit Jahren unter der Sparknute der internationalen Geldgeber, in dem Land haben sich drastische soziale Folgen bemerkbar gemacht. Deutsche Politiker standen bisweilen auch an der Spitze derer, die Athen mit immer neuen Bedingungen für angebliche Hilfszahlungen konfrontierten.

Seit dem Ausbruch der Finanz- und Schuldenkrise 2008 ist das Verhältnis zwischen Berlin und Griechenland daher deutlich abgekühlt. Viele Griechen sehen die Bundesregierung als Hauptverantwortliche hinter den harten Sparauflagen; in der bundesdeutschen Boulevardpresse war immer wieder gegen angeblich »faule Griechen« gehetzt worden.

Am Samstag findet in Berlin eine Demonstration linker Gruppen gegen den Besuch des griechischen Ministerpräsidenten statt. Ein Bündnis aus kleineren Organisationen ruft dazu unter dem Motto »Nieder mit der autoritären Samaras-Regierung. Troika raus aus Griechenland« auf. Die Protestaktion gegen die Krisenpolitik der Geldgeber und den Sparkurs der Regierung in Athen soll um 11 Uhr am Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor starten. Agenturen/nd

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