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Weiße Götter, Folterknechte?

240 000 Bürger werden jährlich gegen ihren Willen psychiatrisch behandelt. Von Velten Schäfer

  • Von Velten Schäfer
  • Lesedauer: ca. 10.5 Min.

Am kommenden Mittwoch beginnt 
in Berlin der 
Jahreskongress der 
Psychiater. Es geht dabei auch um das Selbstverständnis einer Wissenschaft und Branche, der das Recht eingeräumt wird, Menschen zu ihrem Glück zu zwingen – etwa mit Freiheitsentzug und bewusstseinsverändernden Drogen. Doch inzwischen erodieren die rechtlichen Grundlagen des Zwangs. Erkundungen in einem umkämpften Feld.

Es ist nicht schwer, an diesem Nachmittag Ende Oktober den Hörsaal III an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Freien Universität Berlin zu finden. Denn erstens sind die Unigebäude in Dahlem klein - und zweitens ist es an der früher für ihre soziale Bewegtheit bekannten FU kaum noch üblich, dass Protestierer mit Transparenten und Flugblättern vor Hörsälen lauern. Doch dies ist an diesem Nachmittag der Fall - auch wenn die Kundgebenden offensichtlich der gleichen Meinung sind wie der Vortragende und die Stimmung daher entspannt bleibt.

Der Referent ist Volker Loeschner, ein noch junger Fachanwalt für Medizinrecht aus Berlin. Und was er im Rahmen einer Ehemaligenvortragsreihe aus seiner Praxis zu berichten weiß, klingt teils wie ein Kassiber aus einem orwellschen System. Eigentlich auf das weniger delikate Thema des Zahnrechts spezialisiert, bekam es Loeschner über Mandanten mit psychiatrischem Recht zu tun - und obwohl er ...


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