Hans-Jürgen Urban 25.11.2013 / Politik

Die Rückkehr der Kapitalismuskritik

Über den Zustand der Gewerkschaften, den Kampf um den Wohlfahrtsstaat und die Chancen solidarischer Ökonomie

Um die Gewerkschaften, einst Hauptträger der Sozialkritik, scheint es nicht gut bestellt. Für eine Debatte über linke Alternativen zur Krisenpolitik ist es höchste Zeit.

»Wohin man auch schaut: Kapitalismuskritik ist urplötzlich zur Modeerscheinung geworden.« Diese Worte leiten einen Diskussionsband der Jenaer Soziologen Klaus Dörre, Stephan Lessenich und Hartmut Rosa ein, der der Rückkehr bzw. der Rückholung des Kapitalismus und seiner Kritik in die deutsche Soziologie gewidmet ist. In der Tat: Selbst in den Eliten und Medien wird nicht mit Kritik am Finanzmarkt-Kapitalismus nicht hinter dem Berg gehalten. Vielfältige Belege ließen sich heranschaffen.

Doch den medialen Kapitalismusschelten fehlt es offenkundig an Wirkungskraft gegenüber einer Politik- und Finanzelite, die sich in ihrer realen Politik weitgehend unbeeindruckt zeigt. Und dies, obwohl die Rechtfertigungslücke des Finanzmarkt-Kapitalismus kaum größer und die Ansatzpunkte ideologischer Gegenwehr kaum zahlreicher sein könnten. Einen Erklärungshinweis liefert Colin Crouchs Neoliberalismusanalyse. Der Keynesianismus ging unter, so Cr...

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