Streit um den wahren Islam

In Münster werden seit einiger Zeit Imame ausgebildet - der Ansatz des liberalen Institutschefs hat nun auch Salafisten auf den Plan gerufen

  • Von Barbara Schneider, Münster
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Bei der Ausbildung islamischer Religionslehrer und Imame in Deutschland ist die Frage des Glaubensverständnisses der Ausbilder eine zentrale. In Münster hat sich daran ein Konflikt entzündet.

Das Zentrum für Islamische Theologie in Münster (NRW), das Bundespräsident Joachim Gauck am Donnerstag besuchte, ist eines der vier vom Bund geförderten Einrichtungen zur Ausbildung von Religionslehrern und Imamen. Gauck wollte sich dort über Studium, Lehre und Forschung informieren. Der Termin wurde allerdings vom Konflikt um den Institutsleiter Mouhanad Khorchide überschattet.

Khorchide, der mehrfach im katholischen Herder-Verlag publiziert hat, steht für einen liberalen Islam. Zu liberal für so manchen muslimischen Verbands-Vertreter. Diese Erfahrung machte der islamische Theologe bereits 2012, als sein Buch »Islam ist Barmherzigkeit« erschien. Darin entfaltete er die Vision eines aufgeklärten Islam und entfachte just einen Streit um sein Glaubensverständnis. Muslimische Funktionäre, wie der Vorsitzende der islamischen Religionsgemeinschaft Ditib Nord, Zekeriya Altug, warfen dem im Libanon geborenen Theologen daraufhin vor,...


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