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Nicht nur eine Dienstleistung

Stephan Fischer über freie Fahrt für Berlin

  • Von Stephan Fischer 

  • Lesedauer: 2 Min.

Die Berliner Grünen haben beschlossen, sich für einen kostenlosen öffentlichen Nahverkehr in Berlin einzusetzen. Das stößt bei der BVG auf Vorbehalte: »Man kann das machen, die Frage ist nur: Wer zahlt?«, so BVG-Sprecherin Petra Reetz zu dem Vorhaben. Dabei schwingt die Sorge mit, was nichts koste würde auch nicht wertgeschätzt. Eine unbegründete Sorge.

Zunächst würde der Nahverkehr in Berlin von BVG, S-Bahn und Deutscher Bahn nicht kostenlos, sondern anders finanziert: Anstatt Fahrkarten zu verkaufen, würden Steuermittel verwendet. 900 Millionen Euro Fahrgelder müssten derzeit ersetzt werden, bei 3,5 Millionen Einwohnern bedeutet dies eine jährliche Summe von circa 260 Euro pro Berliner, nicht einmal 22 Euro im Monat. Eine Umweltkarte AB kostet derzeit stolze 78 Euro.

Öffentlicher Nahverkehr ist nicht nur eine Dienstleistung, die nur zahlen sollte, wer sie nutzt. Er ist eine öffentliche Aufgabe, von der alle profitieren: Selbst notorische Autofahrer würden sich über weniger Verkehr auf den Straßen bestimmt nicht beschweren. Von mehr Lebensqualität durch weniger Abgase und Lärm ganz zu schweigen. Auch Schulen und Lehrer werden schließlich nicht nur von den Eltern der Schüler finanziert.

Mag der Wunsch auch Vater des Gedanken sein: Vielleicht wäre die Freude darüber ja so groß, dass die Berliner aus lauter Begeisterung das Allgemeingut ÖPNV pflegen statt schlecht behandeln.

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