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Das Wasser von Lampedusa

Stefan Otto über Flüchtlinge, die in Europa nicht ankommen

70 Säcke mit Erde von den Schlachtfeldern Flanderns hat eine belgische Fregatte nach London gebracht. Die Erde soll auf dem Gelände der Wellington-Kaserne der Nährboden für einen Erinnerungsgarten sein. Hundert Jahre nach dem Beginn des Ersten Weltkrieges, der 17 Millionen Menschen den Tod brachte, soll die Grünfläche im kommenden Sommer eröffnet werden. Die einst kriegsführenden Länder sind heute miteinander versöhnt, eine europäische Einigung ist vorangeschritten. Auch daran wird im nächsten Jahr erinnert werden.

Dieser Garten in der Londoner Kaserne sollte mit speziellem Wasser gegossen werden. Wasser aus dem Mittelmeer, das vor der Küste von Lampedusa geschöpft wird oder vor der maltesischen Küste. Das Salzwasser würde den Pflanzen nicht bekommen; sie würden eingehen. Kahle Bäumchen und vertrocknete Hecken würden daran erinnern, dass diese Aussöhnung eine Grenze hat - nämlich die EU-Außengrenze, die immer rigoroser und immer perfekter vor unerwünschten Zuwanderern abgeschirmt wird. Dieser vertrocknete Garten wäre hässlich, keine Frage. Aber er wäre angemessen, um darauf hinzuweisen, dass der Frieden in Europa ein schmutziger ist, weil er nämlich fahrlässig Menschen zu Tausenden krepieren lässt. Der Garten würde nicht zuletzt daran erinnern, dass es lediglich die Angst vor dem Wohlstandsverlust ist, die eine menschliche Zuwanderungspolitik der EU verhindert. Mehr nicht.

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