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Ein Schiff für Assads C-Waffen-Arsenal

Noch braucht Washington das Regime in Damaskus - die USA werden syrische Kampfstoffe vernichten

Die USA werden entgegen früherer Bekundungen nun doch syrische Chemiewaffen zerstören. Ein Schiff, das dabei zum Einsatz kommen soll, wird derzeit umgerüstet.

Bis Mitte 2014 soll das syrische C-Waffen-Arsenal vollständig vernichtet sein. So verlangt es eine UNO-Resolution. Doch bis vor kurzem willigte kein Land ein, die tödlichen Kampfstoffe zu transportieren und zu zerstören. Nun haben sich die USA dazu bereiterklärt, einen Teil der syrischen Bestände unschädlich zu machen.

»Zurzeit wird ein geeignetes Marineschiff technisch umgerüstet, um die Operation zu unterstützen und die Kontrollen der OPCW zu ermöglichen«, erklärte der Generaldirektor der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen, Ahmet Üzümcü. Bis zum 31. Dezember sollen rund 1300 Tonnen Giftstoffe für Waffen und deren Vorprodukte aus Syrien abtransportiert werden.

Laut OPCW ist das gesamte C-Waffen-Arsenal Syriens unter Verschluss. Zudem wurden alle Produktionsstätten unbrauchbar gemacht. Nun will man als ersten Schritt ein sogenanntes Hydrolyseverfahren nutzen. Dabei werden Kampfstoffe wie Senfgas durch den Kontakt mit Wasser gespalten. Die USA haben auf diese Weise bereits C-Waffen in den 1990er Jahren auf dem Johnston-Atoll im Pazifik vernichtet. Doch der nun zu bewältigende Umfang setzt doch neue Maßstäbe. Nervengifte wie Sarin sollen später in speziellen Anlagen verbrannt werden.

Rund 800 Tonnen Chemikalien, darunter auch Stoffe für die industrielle Produktion, sollen in kommerziellen Unternehmen weltweit vernichtet werden. Nach Angaben der OPCW hätten 35 Firmen ihr Interesse an der Vernichtung weniger gefährlicher Substanzen bekundet. Die Unternehmen würden nun überprüft, um zu gewährleisten, dass sie alle Sicherheits- und Umweltrichtlinien erfüllten, sagte OPCW-Generaldirektor Üzümcü. Seine Organisation hat einen Fonds aufgelegt, mit dem die Vernichtung dieser Industriechemikalien und 7,7 Millionen Liter Abwässer finanziert werden soll. Er appellierte an die 190 OPCW-Mitgliedsländer, Geld bereit zu stellen.

Zuletzt war die Suche nach einem Land, das sich zur Zerstörung der syrischen Kampfstoffe bereiterklärt, festgefahren. Belgien und Deutschland winkten ab, sogar die Regierung Albaniens hatte nach Protesten in der Bevölkerung den USA die sonst übliche Gefolgschaft versagt. Das Land hatte bis 2007 mit einer deutschen Anlage und Personal sowie mit US-Finanzhilfe seine C-Waffen vernichtet.

Doch die Zeit drängt nicht nur wegen der UN-Resolution. Syrien zerfällt derzeit in mehrere flexible Herrschaftsbereiche. Um die C-Waffen sicher aus dem Bürgerkriegsland zu bringen - ohne selbst mit Truppen hineinzugehen - braucht der Westen die Hilfe des umstrittenen Präsidenten Bashar al-Assad. Was dessen Position aufwertet. Andererseits hofft man, dass Friedensverhandlungen in Gang kommen, die zur Ablösung Assads führen. Noch scheint das Regime handlungsfähig. Seine Streitkräfte starteten eine Offensive im Norden der Provinz Aleppo.

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