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Spenden alleine reichen nicht

Das Feuer auf Schloss Ehrenstein in Thüringen hat Schäden in Höhe von zehn Millionen Euro verursacht

Auf Schloss Ehrenstein laufen nach dem Brand die Aufräumarbeiten. Neue Probleme drohen aber durch das Löschwasser.

Ohrdruf. Nach dem Brand auf Schloss Ehrenstein in Ohrdruf haben am Donnerstag die Aufräumarbeiten begonnen. Nicht beschädigte Teile des Inventars werden notdürftig in andere Räume des historischen Gebäudes gebracht, wie der Hauptamtsleiter der Stadt Hans-Joachim Kunath gegenüber dpa sagte. Auch müsse in den kommenden Tagen ein Notdach installiert werden, um Regen oder Schnee abzuhalten. Probleme wird es vermutlich durch das eingesetzte Löschwasser geben.

Bei dem Brand vergangene Woche Dienstag waren zwei Dachstühle des Renaissance-Schlosses zerstört worden. Es entstand ein Schaden von mehr als zehn Millionen Euro allein am Gebäude. Besonders dramatisch: Ursprünglich war für den Brandtag die Abnahme der gerade sanierten Anlage geplant. Handwerker hatten am Dienstag den Brand fahrlässig auf dem Dach verursacht, als sie mit einem Brenner Dachschindeln und Werkzeug vom Eis befreien wollten.

Kunath zufolge soll das Behelfs-Dach auf den zwei völlig zerstörten Seitenflügeln angebracht werden. Die Finanzierung sei noch nicht geklärt, betonte er. Ein Teil der Einrichtung und der Rest der nicht zerstörten Bücher der Stadtbibliothek wurden mittlerweile gesichert. Die zwei Familien, die durch den Brand obdachlos wurden, sind bei Verwandten sowie in einer Pension untergebracht.

Inzwischen werden die Schäden auf zehn Millionen Euro geschätzt. Die Stadt rief erneut zu Spenden auf. Ein Konto sei eingerichtet und erstes Geld eingezahlt worden. Doch mit Spenden allein ist das nicht zu schaffen. Daher wird jetzt auf auf Unterstützung von Land und Bund gepocht. Überdies seien der Stadt Sachspenden für die jetzt obdachlosen Familien angeboten worden, so Kunath.

Zu neuen Problemen könnte das Löschwasser an dem Sandstein-Schloss führen. So könnten Salzkristalle aus der Wand nach außen geschwemmt werden, sagte Andreas Hecker vom F.-A.-Finger-Institut für Baustoffkunde der Bauhaus-Universität in Weimar. Außerdem dauere es »Monate oder Jahre, um das Wasser wieder rauszukriegen«.

Kaum Auswirkungen erwartet Hecker durch die niedrigen Temperaturen. Zwar könne gefrorenes Wasser den Sandstein gefährden. Allerdings sei es nicht kalt genug gewesen, damit das Wasser auch im Innern der Steinmauer gefriere. Auch habe es keine Alternative zum Löschwasser gegeben. »Wenn man den Brand nicht löscht, ist das Schloss ganz weg«, fügte er hinzu.

In dem Schloss waren das Heimatmuseum, das Stadtarchiv, die Stadtbibliothek und der Bürgersaal untergebracht. In den beiden beschädigten Flügeln waren neben der Bibliothek eine militärgeschichtliche Ausstellung zum Truppenübungsplatz Ohrdruf sowie die Ausstellung zur Puppen- und Spielzeugproduktion.

Die Ursprünge des Renaissanceschloss liegen in einer fränkischen Wasserburg aus dem Jahr 531. Die Anlage wurde über die Jahrhunderte von wechselnden Besitzern immer wieder umgebaut und erweitert, verfiel aber in den vergangenen Jahrzehnten zusehends. Vor allem nach 1990 wurde das Schloss nach und nach saniert. dpa/nd

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