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Den Untergang der Hauptstadt verhindern!

Von Volker Surmann

Auch das noch! Als sei Berlin mit BER, Zensus-Bevölkerungsschwund und Bushido nicht gestraft genug, droht es nun auch noch zu versinken! Schuld sind die Preußen: Die haben die Stadt just in den Schwemmsand eines Urstromtals gesetzt. Glücklicherweise süffelte die Industrialisierung den Grundwasserspiegel arg runter, doch seit dem Ende der DDR-Industrie steigt er wieder an. Bald ist Schluss mit der Angeberei, dass Berlin mehr Brücken als Venedig habe, dann heißt es: Berlin hat mehr Wasser als Atlantis.

Mahls- und Kaulsdorf, Johannisthal, Siemensstadt und Wittenau, die Liste der betroffenen Stadtteile liest sich wie ein Who-is-Who der unbekannten Trabanten, doch selbst das Regierungsviertel und Schloss Charlottenburg haben immer öfter nasse Füße. Die Experten sind sich einig: Um den Grundwasserspiegel effektiv zu senken, muss man wieder mehr Wasser entnehmen. Aber wohin mit der ganzen Plörre? Hier drei erste Vorschläge:

Erstens: Gießen. Was könnte Berlin an Wasser verbrauchen, wenn die Stadt ihr vielgelobtes Grün mal ordentlich gießen würde! Jeden Sommer dasselbe Bild: Berlins Grünflächen werden erst zu Gelb-, dann zu Grauflächen. Sonnenbadende im Volkspark Friedrichshain sehen nach einer Windbö so grau aus wie die Überlebenden von 9/11. Regelmäßiges Gießen wäre ein sinnvoller Wasser- einsatz im Dienste des Stadtbilds. Nebenbei wären Hoch- leistungsrasensprenger in Hasenheide, Görlitzer Park und Mauerpark höchst wirkungsvoll gegen Haschischhandel oder nervige Sonntagskaraoke. Da täte es zur Not auch ein Wasserwerfer.

Überhaupt. Zweitens: Wasserwerfer. Scheiß auf Deeskalation! Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat es vorgemacht, wie man selbst harmlosen Demonstranten mit einem Maximum an Trinkwassereinsatz begegnen kann. Ein Vorbild für Berlin in Sachen Untergangsprävention. Das muss auch all den Linken klar sein. Was nützt die beste Deeskalation, wenn man bei der Demo auf’m Alex zukünftig Gummistiefel tragen muss.

Drittens: Sinnlose Großprojekte. Nachdem es mit dem Drehkreuz für den internationalen Flugverkehr bekanntlich nicht geklappt hat, könnte man zum nächsten Großprojekt schreiten: ein Hochseehafen beispielsweise - so was hat Berlin noch gefehlt. Das Gelände dafür steht in Schönefeld oder Tegel bereit, die notwendigen Kanäle bis zum offenen Meer könnte man leicht mit Berliner Grundwasser füllen.

Mit vereinten Kräften kriegen wir Berlins Grundwasserspiegel wieder abgesenkt, denn wer will schon, dass es dereinst heißt: »Berlin - versunken im eigenen Grundwasser!« Das klingt doch nach totem Rockstar: »Erstickt am eigenen Erbrochenen«. So ein Ende hat Berlin wahrlich nicht verdient.

Mehr aus dieser Serie unter dasND.de/montagmorgen

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