Geständnis im Hammer-Mord

  • Von Birgit Zimmermann, Leipzig
  • Lesedauer: 2 Min.
Den ersten Polizisten am Tatort bietet sich ein Bild wie aus einem Horrorfilm: Ein Paar liegt erschlagen in seiner Küche. Ein 47-Jähriger gesteht die Morde im Prozess in knappen Worten.

Für ein bisschen Bargeld soll ein 47-Jähriger die Eltern seiner Ex-Partnerin mit einem Hammer erschlagen haben - jetzt hat er zum Prozessbeginn ein Geständnis abgelegt. Der Mann ließ am Montag im Landgericht Leipzig über seinen Verteidiger eine knappe Erklärung vortragen. Darin räumte er ein, das 68 und 72 Jahre alte Ehepaar im März dieses Jahres in Pegau (Kreis Leipzig) getötet zu haben. Die Mordwaffe - den Hammer - habe er zufällig in der Küche gefunden. Die Tat sei nicht geplant gewesen. Das Motiv: ein Streit um Geld. Ganze 150 Euro erbeutete der Angeklagte nach dem Doppelmord.

Eine Polizistin schilderte im Gericht, wie sie und ihre Kollegen die toten Eheleute der Küche ihres Hauses im Landkreis Leipzig fanden: »Der Boden war blutverschmiert, die Küche war blutverschmiert. Man konnte sehen, wie der Mann noch versucht hat, an der Küchenzeile hochzukommen, um Hilfe zu holen. Es war förmlich wie in einem Horrorfilm.« Laut Anklage zertrümmerte der 47-Jährige seinen Opfern die Schädel. Mindestens vier Hammerschläge trafen die Frau, mindestens zwölf den Kopf des Mannes.

Zuvor habe es einen Streit um Geld gegeben. Der hoch verschuldete 47-Jährige wollte der Anklage zufolge von den Eltern seiner Ex-Partnerin Geld leihen. Dabei sei er schon mit dem Vorsatz in das Haus gekommen, das Paar zu töten, falls es ihm nichts geben wollte. Eine Tochter der Opfer sagte als Zeugin, sie könne sich absolut nicht vorstellen, dass ihre Eltern diesem Mann Geld geliehen hätten. Und es sei auch nicht sehr wahrscheinlich, dass in der Küche einfach ein Hammer herumgelegen habe, so die Schwester der früheren Partnerin des Angeklagten. Ihr Vater habe sein Werkzeug, akribisch sortiert in der Garage aufbewahrt. Der Angeklagte ließ den Angehörigen über seinen Verteidiger »seine Anteilnahme« ausrichten. Er sei erleichtert gewesen, als er kurz nach dem Doppelmord verhaftet wurde. dpa/nd

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