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Wasser gehört auch in Senegal nicht verkauft

Privatisierung des Gemeinguts zerstörte regional bereits die Lebensgrundlage Tausender

  • Von Martin Zint, WFD
  • Lesedauer: 2 Min.
Unter dem Motto »Das Wasser ernährt die Erde - die Erde ist unser Leben!« kämpfen Kleinbauernorganisationen in Senegal für eine gesunde und nachhaltige Landwirtschaft.

Wasser ist Leben, der Mensch braucht es unbedingt. Trotzdem ist nicht allgemein anerkannt, dass der freie Zugang zu Wasser ein Menschenrecht ist. Der deutsche Bundestag hat zuletzt am 28. Februar 2013 festgestellt, dass der freie Zugang zu Wasser kein Grundrecht ist. Dem entspricht eine weltweite Tendenz, die Wasserversorgung privaten Firmen zu überlassen.

Deren erstes Interesse ist allerdings nicht die Versorgung der Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser oder überhaupt die Wasserversorgung, sondern die Erzielung von Gewinn. Wer dazu nicht beisteuern kann, geht leer aus. In Senegal lässt sich gut studieren, was geschehen kann, wenn große Ländereien und das dazu gehörende Wassermanagement privatisiert werden. Mit dem Bau eines riesigen Staudamms (Manantali-Staudamm) und der Regulierung des Wasserdurchlaufs sollten unter anderem die Bedingungen für Bewässerungsfeldbau am Unterlauf des Senegalflusses verbessert werden. Die dann durch Regierung und internationale Geber geförderten Monokulturen und energieintensiven Anbaumethoden drängten die Bauern in die Schuldenfalle und führten zum Verfall der traditionellen Bewässerungsinfrastrukturen.

Der traditionelle Überflutungsfeldbau sowie die natürliche Vegetation im Einzugsbereich des Flusses, Lebensgrundlage für mehrere hunderttausend Menschen, waren nach kurzer Zeit zerstört. In der Folge wurde bäuerliches Land auf intransparente Weise durch Großinvestoren übernommen. Die bauten unter anderem Sonnenblumen für Biokraftstoffe an. Innerhalb einer Generation wurde das über Jahrhunderte entstandene bäuerliche Wissen auf die Handhabung von Spritzpistolen reduziert. Zeitgleich fallen in küstennahen Regionen tausende kleinbäuerliche Gemüsebaubetriebe dem Zirkon- und Phosphatabbau zum Opfer. Zwei Industriebetriebe haben sich eine Fläche von 50 000 Hektar angeeignet. Der Wasserhaushalt des Umlands wird gestört und bedroht die verbliebenen bäuerlichen Haushalte.

Wasser ist ein lebenswichtiges Gemeingut, keine Handelsware! Die senegalesische Bauernorganisation ENDA PRONAT fordert deshalb zusammen mit ihren internationalen Partnern, darunter der Weltfriedensdienst: Wasser und andere Gemeingüter dürfen nicht an Privatunternehmen verkauft werden. Sie müssen am Gemeinwohl orientiert und mit Beteiligung der Bevölkerung betrieben werden.

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