Ulrike Gramann 14.12.2013 / Wochennd

»Man ist immer Teil des Dramas«

Margaret Raspé ist die Frau mit dem Kamerahelm. Von Ulrike Gramann

Ein Film: Hühner wie aus dem Bilderbuch picken im Garten. Ein Messer wird am anderen geschärft. Hände streichen dem Huhn über den Hals. Es hält still und zuckt erst wieder, als der Hals durchschnitten wird. Hände rupfen die Federn, flämmen das Tier ab, schneiden es auf, ziehen Eingeweide heraus. Die Hände gehören der Frau, die, während sie all dies tut, zugleich ihre Tätigkeit filmt, obwohl sie keine Hand dafür frei hat. Dann liegt das Huhn tot und kopflos da, der blutige Hals wie ein Mund. »O Tod wie nahrhaft bist du«, heißt der Film, in dem noch ein zweites Huhn erscheint, »Pucky Pick«, ein tiefgekühltes Plastikfoliensupermarkthuhn. Die Künstlerin Margaret Raspé brachte 1972 die beiden Hühner in den Suppentopf und filmte ihr Tun so genau, wie die meisten von uns es lieber nicht wissen wollen. »Man ist immer Teil des Dramas«, sagt sie: »Ich bin drin, nicht draußen, kein Engel, der auf einer Wolke sitzt und zuschaut, was die Menschlein machen.«

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